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Grundschule feiert den 50. Geburtstag

Burgdorf Grundschule feiert den 50. Geburtstag

Mit einem Fest feiern Schüler, Lehrer und Mitarbeiter samt vieler Gäste am Freitag, 19. Mai, den 50. Geburtstag der Gudrun-Pausewang-Grundschule. Zum Jubiläum blickt die Bildungsstätte auf die vergangenen fünf Jahrzehnte zurück - und schaut in die Zukunft.

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Blick in die Historie: Für die Geburtstagsfeier erstellt die Schule eine öffentliche Präsentation mit alten Bildern - unter anderem von der Grundsteinlegung.

Quelle: privat

Burgdorf. Der Rückblick auf die Schulgeschichte, den Leiterin Dorit Steenken und ihre Stellvertreterin Ellen Lüdge vollziehen, offenbart den Wandel der Schullandschaft, auf den die Lehrer in den zurückliegenden Jahren immer wieder reagieren mussten. Denn die heute Grundschule mit etwa 360 Kindern in 17 Klassen - mit Sprachlernklasse und Schulkindergarten - entstand in den 1960-er Jahren als Volksschule III. Gegründet wurde sie 1966 am Standort der Volksschule I und II an der Hannoverschen Neustadt und Gartenstraße.

Nachdem Bauarbeiter dann 1967 das neue Gebäude geräumt hatten, übernahmen 732 Schüler und ihre Lehrer unter der Leitung von Herbert Abel die Bildungsstätten mit den Jahrgängen 1 bis 9. "Von Anfang an gab es aber bauliche Probleme", sagt Steenken, die die Schule seit 1. August 2016 leitet, und fügt hinzu, einige davon reichten bis in die Gegenwart. Dazu gehört das undichte Flachdach, das der Schule zum Spitznamen "Tropfsteinhöhle" verhalf.

Nur sieben Jahre später stand die erste Neustrukturierung an: Die Volksschule wandelte sich landesweit zu einer Grund- und Hauptschule. "Viele Hauptschüler aber fanden in den Folgejahren keine Ausbildungsstelle", erinnert sich Lüdge. Sie starteten deshalb nach der vierten Klasse oftmals als Realschüler, nicht immer mit Erfolg. Aber: Die Zahl der Hauptschüler sank kontinuierlich. Deshalb verlegte die Stadt zum Schuljahr 1989/90 den Hauptschulzweig an die Hannoversche Neustadt, im Gegenzug öffnete sie zwei Vorklassen und einen Schulkindergarten an der Grünewaldstraße. Die Vorklassen besuchten Kinder, die zuvor zwei Jahre in einen Kindergarten gingen. Der Schulkindergarten richtete sich an Jungen und Mädchen, die schulpflichtig sind, aber noch nicht die notwendige Schulreife haben. "Damit haben wir unsere Arbeit komplett auf den Primarbereich konzentrieren können", sagt Steenken.

Ab August 1993 öffnete die Schule als Volle Halbtagsgrundschule und damit einer verlässlichen Betreuung durch Lehrer für fünf Stunden. Das Land reduzierte dann die Zahl der Lehrerstunden, so dass die Schule elf Jahre später zu einer Verlässlichen Grundschule umgewandelt werden musste. Seitdem gehören pädagogische Mitarbeiter aus dem Betreuungsbereich zum Team. Einst waren es acht, heute kümmern sich 14 um die Erst- bis Viertklässler in der inzwischen offenen Ganztagsschule. "An vier Tagen können die Familien eine Betreuung von 7.45 bis 15.30 Uhr buchen", sagt Steenken. Wem das nicht reiche, könne den Hort bis 17 Uhr nutzen. "Schule ist damit nicht mehr nur Lern- und Lehrort, sondern auch ein Lebensort", sagt sie.

Die Leiterin bezeichnet die Einführung der eigenverantwortlichen Schule vor zehn Jahren als weiteren wichtigen Meilenstein in der Geschichte. "Für uns ergeben sich neue Arbeitsfelder wie das permanente Erarbeiten von Konzepten, die Evaluation oder das Erarbeiten von Schulprogrammen", sagt Steenken, und Lüdge ergänzt: "Über mehr als 30 Jahre war der Unterricht unser Hauptgeschäft, heute nimmt die Verwaltung immer mehr Raum ein."

Die Herausforderungen

Fördern und Fordern - dieses Konzept verfolgt die Gudrun-Pausewang-Grundschule schon seit einiger Zeit. Darin spiegelt sich die Bandbreite der Aufgaben wider, die die Lehrer bewältigen müssen. "Wir haben eine sehr heterogene Schülerschaft", sagt Schulleiterin Dorit Steenken. Ihren Angaben zufolge müssen die Lehrer auf der einen Seite die Schüler mit einem diagnostizierten Förderbedarf berücksichtigen, die nach dem Ende der Förderschule in Regelschulen lernen. Auf der anderen Seite dürften die Schnell-Lerner nicht zu kurz kommen. Um allen Kindern eine Bühne zu bieten, und das nicht nur sprichwörtlich, gibt es einmal im Monat eine Talenteshow, bei der jedes Kind singen oder spielen, tanzen oder turnen kann - auch dank der Chorklasse und der sportfreundlichen Schule.

Steenken verbindet die pädagogische und inhaltliche Arbeit deshalb mit dem dringend benötigten Neubau. Dieser müsse die Inklusion, also die Barrierefreiheit beispielsweise für Rollstuhlfahrer, ebenso berücksichtigen wie Räume, die eine Schule heute erfordere. "In Ganztagsschulen brauchen Kinder einen Rückzugsraum", nennt sie ein Beispiel. Eine Aula mit Bühne, eine Mensa, Differenzierungsräume für den Unterricht und adäquate Arbeitsbedingungen für die Lehrer - all das müsse die Stadt als Schulträger berücksichtigen.

Das Schulfest

Das große Schulfest beginnt am Freitag, 19. Mai, um 15 Uhr an der Schule. Zunächst steht die offizielle Begrüßung an, dann erwartet vor allem die jungen Besucher aus der Südstadt ein Programm mit Spiel und Spaß. "Wir bauen ein Hüpfburg auf, es gibt ein Glücksrad und Glitzertattoos, Ponyreiten und den Jugendsoccer", sagt Schulleiterin Dorit Steenken. Eine Klasse bereitet besondere Führungen durch die Schule vor, andere kümmern sich um Kaffee und Kuchen. Gegen 18 Uhr endet die Feier an der Grünewaldstraße, für die sich alle Akteure vor allem eines wünschen: gutes Wetter.

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