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Güterzugverkehr: Stadt wahrt ihre Chancen

Burgdorf Güterzugverkehr: Stadt wahrt ihre Chancen

Die Stadt Burgdorf will das Abschlussprotokoll zur Trassenvariante Alpha E unterzeichnen, um die Auswirkungen der erwarteten Verdoppelung des Güterzugverkehrs abzumildern. Das wurde in einer Sitzung am Dienstagabend beschlossen.

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Schon jetzt sind die Bahnschranken in Ehlershausen oft und lange geschlossen. Verdoppelt sich das Güterzugaufkommen, muss ein Tunnel oder eine Überführung gebaut werden. Die Bedingungen des Abschlussprotokolls fordern, dass sich Burgdorf nicht an den Baukosten beteiligen muss.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Die Stadtverwaltung kann ihren Kurs gegenüber den Plänen der Bahn, den Güterzugverkehr durch Burgdorf zu verdoppeln, weiter verfolgen. Dafür haben sich die Mitglieder des Ratsverkehrsausschusses, die Ortsräte Ehlershausen, Otze und Schillerslage sowie alle Ortsvorsteher in einer gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend ausgesprochen.

„Ich werde jetzt eine Beschlussvorlage ausarbeiten, dass die Stadt Burgdorf dem Abschlussprotokoll des Dialogforums Schiene Nord nachträglich beitritt“, sagt Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann. Allerdings werde das Protokoll nur gemeinsam mit Lehrte und Sehnde unterschrieben, stellten er und Bürgermeister Alfred Baxmann in der Sitzung klar. Die drei Städte mit ihren zusammen rund 95.000 Einwohnern haben verabredet, gegenüber der Bahn mit einer Stimme zu sprechen. Brinkmann erklärte den Politikern und etliche Zuschauern, darunter auch Bürger aus Aligse, auf welche Position sich das Dialogforum Schiene Nord Ende 2015 geeinigt hat. Die Kurzform der Alpha-E-Variante: Die vorhandenen Bahnstrecken werden so umgerüstet, dass sie die wachsende Zahl an Güterzügen bewältigen können. Für die Strecke Celle–Lehrte wird eine Verdoppelung des Güterzugaufkommens von jetzt 100 auf 200 in 24 Stunden erwartet. Daran gekoppelt hat das Dialogforum einen Katalog mit neun Bedingungen, die die Nachteile für die betroffenen Kommunen entlang der Güterzugstrecken aufwiegen oder zumindest abmildern sollen. Die Politiker waren skeptisch, ob diese Bedingungen überhaupt erfüllt werden können. Gero von Oettingen (CDU) fragte, wie bindend das Abschlussprotokoll für die Bahn sei. Birgit Meinig (SPD) sagte: „Ich bin skeptisch, ob sich die Bahn tatsächlich auf diese Bedingungen einlässt.“ Hans-Dieter Morich (SPD) wollte wissen: „Was wird aus dem Filetstück Raiffeisengrundstück direkt an der Bahn?“ Könne die Stadt das angesichts zunehmender Lärmbelastung überhaupt noch nutzen? Mit dem Fonds Siedlungsqualität – dessen Gründung ist eine der besagten Bedingungen, – habe die Stadt zumindest die Möglichkeit, das Areal doch noch zu entwickeln, warb Baxmann für die Unterzeichnung des Abschlussprotokolls. Brinkmann rief den Politikern noch einmal in Erinnerung: „Die Rechtslage ist absolut gegen uns. Die Bahn kann die Zahl der Güterzüge auf der jetzigen Strecke verdoppeln, ohne die Stadt überhaupt zu informieren.“ Doch mit dem Abschlussprotokoll gebe es eine geschlossene Front der betroffenen Landkreise, die auf die „Einhaltung der unabdingbaren Bedingungen pocht“. Das überzeugte die Politiker schließlich, sodass Brinkmann jetzt den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen kann.

von Anette Wulf-Dettmer

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