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Gut 400 Menschen suchen Rat bei der Diakonie

Burgdorf/Lehrte/Sehnde/Uetze Gut 400 Menschen suchen Rat bei der Diakonie

Die Menschen am Rand der Gesellschaft stehen bei der Diakonie seit Jahren im Fokus - unabhängig von der Frage nach der Nationalität oder Herkunft. Und Hilfebedürftigen nutzen das Angebot zunehmend: Allein im vergangenen Jahr berieten die Diakonie-Mitarbeiter mehr als 400 Ratsuchende.

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Pro Schuljahr und Kind fehlen bei Familien, die Hartz IV beziehen, 53 Euro. Dagegen macht jetzt die Diakonie im Kirchenkreis mobil.

Quelle: Symbolbild

Burgdorf. Dabei verzeichnet das Team um Kirchenkreis-Sozialarbeiter Friedhelm Neumann bei aller Erfahrung einen neuen Trend: "Die Menschen rufen jetzt öfter an, wenn sie in Not geraten", sagt er und begründet dies damit, dass viele aufgrund ihrer Arbeit nicht mehr so schnell ins Büro an der Schillerslager Straße in Burgdorf fahren können. Aber: Auch am Telefon bietet die Diakonie im Kirchenkreis Burgdorf die nötige Unterstützung. So zeigt die Statistik für 2015 insgesamt 127 sozialanwaltliche Beratungen auf. "Wir erklären nicht nur die Bescheide vom Jobcenter oder zur Sozialhilfe, sondern schauen auch auf die Richtigkeit", sagt Neumannn und fügt hinzu, dass jeder zweite Bescheid fehlerhaft sei.

Wie knapp in vielen Haushalten, die von Hartz IV abhängig sind, das Geld ist, schlägt sich nicht nur in nackten Zahlen nieder. So gewährte die Diakonie insgesamt 92 Anträge auf wirtschaftliche Unterstützung: "Das reicht von medizinischer Versorgung über Bekleidung und Haushaltstechnik bis hin zur finanziellen Hilfe bei einer Schwangerschaft", sagt Neumann. Insgesamt 22.000 Euro haben Bedürftige beantragt, allein 5000 Euro kamen direkt vom Diakonieverband Hannover-Land. Weitere 17.000 Euro flossen aus Stiftungen und privaten Initiativen. "Allein von der HAZ-Weihnachtshilfe konnten wir 15 Anträge mit 6000 Euro bezuschussen", sagt der Sozialarbeiter.

Er und seine Kollegen im Diakonieverband greifen sich ein Thema besonders heraus: "Bildung ist für uns der Schlüssel zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, doch das entsprechende Gesetz deckt die Schulbedarfe bei weitem nicht ab", weiß er aus Erfahrung. Dabei ließe sich aus Sicht von Superintendentin Sabine Preuschoff das Problem bereits mit kleinen Veränderungen teilweise lösen. "Die Familien bekommen zum 1. August einmal 70 Euro, und zum 1. Februar einmal 30 Euro bewilligt", sagt sie. Mit dieser Regelung könnten Familien aber nicht die Sonderangebote der Märkte nutzen, sie müssten viele Materialien teuer einkaufen. Zudem verweisen Preuschoff und Neumann auf eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts, das die eher subjektive Wahrnehmung der Familien bestätigt: Die 100 Euro pro Schuljahr und Kind reichen bei weitem nicht aus - vor allem bei der Einschulung, dem Übergang in die weiterführende Schule und in die achte Klasse klafft ein Finanzloch. "Rechnet man einmal alle Kosten zusammen und dann das bewilligte Geld dagegen, ergibt sich eine Deckungslücke von 53 Euro im Jahr", sagt Neumann.

Bundesweit will die Diakonie nun dieses Thema mit einer Petition aufgreifen und im Sinne der Kinder lösen (lassen). Aber auch auf lokaler Ebene will Superintendentin Preuschoff auf das Problem hinweisen: "Es geht um Gespräche mit Schulen, ob die geforderte Ausstattung tatsächlich notwendig ist", sagt sie. Ein weiterer Baustein könnten Gespräche mit Ratsfraktionen sein, deren Mitglieder die Erkenntnisse wiederum in die Parteien, aber auch die Schulen spiegeln sollen.

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