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Schüler entwickeln Flugmodelle für Pflanzensamen

Burgdorf Schüler entwickeln Flugmodelle für Pflanzensamen

Am Gymnasium Burgdorf macht wissenschaftliches Arbeiten Spaß: Beim Wettbewerb zum Jahresprojekt "Pflanzensamen auf Reisen" haben 30 Schülerteams der Natur angelehnte, selbstentworfene Flugmodelle auf die Reise durchs Atrium geschickt. Erstmals kooperierten dabei die Fachgruppen Biologie und Physik.

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Lehrerin Melanie Rheinhardt startet die Flugmodelle. 

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. Die Tücke liegt wie meist im Detail: Wie schafft man es, dass das Flugmodell möglichst sacht und möglichst lange gleitet? Dass ein Fallschirm stabil, aber dennoch leicht ist und keinesfalls umklappt? Darüber haben sich 51 Schüler der Klassenstufen 5 bis 8 des Burgdorfer Gymnasiums intensiv und selbstständig Gedanken gemacht. Dabei fanden die Gymnasiasten teils einfache, teils innovative Lösungen, die zumeist sehr praktikabel waren.

Denn in der Natur werde der anhängende Samen - im Wettbewerb von einer runden Büroklammer simuliert - durch den Wind verbreitet. Und je länger dieser das schirm-, segel- oder propellerartige Anhängsel durch die Gegend treibt, desto größer ist die Chance, einen Platz zu erreichen, an dem der Samen gute Bedingungen findet und austreiben kann.

Die meisten Teilnehmer setzten auf Fallschirme. Ob ganz einfach aus einer dünnen Tüte, an die die spezielle Büroklammer geknotet wurde, mit einer Plattform versehen oder liebevoll und professionell aus Seidenpapier zusammengesetzt: Die meisten genügten den Ansprüchen und glitten nach ihrem Start im zweiten Stock des Atriums sacht zu Boden. Und zwar unter den wachsamen Blicken von Physik-Obmann Knut Wille, der Biologie- und Chemielehrerin  Dr. Marion Fecht-Christoffers sowie Biologielehrerin Imke Agema. Sie waren für die Zeitnahme verantwortlich.

Besonderen Anklang bei den Zuschauern fand ein aus Luftpolsterfolie bestehender Gleitschirm. Propeller erinnerten an die Ahormsamen, die wohl jeder als Kind als Nasenklammer auf den Gesichtserker geklebt hatte. Einen solchen hatte der zehnjährige Fynn gebaut. "Ich habe mehrere Varianten ausprobiert und mein Opa hat mich beraten", verriet der Gymnasiast.

Manch ein Modell musste auch mehrere Male losgelassen werden: Denn wie in der Realität neigten die Flugobjekte dazu, an Hindernissen wie Brüstungen oder Geländern hängen zu bleiben. Erlaubt war bewusst alles, was ohne Zusatzantrieb wie Motor oder Helium funktionierte. "Da sieht man mal, wie schwer es auch die Natur hat, das perfekte Modell zu konstruieren", sagte Fecht-Christoffers. Ganz nahe an der Perfektion war das Modell von Verda Sekiraqa und Valentina Frettlöh aus der Klasse 6d. Ganze 25 Sekunden hielt sich der aus buntem Seidenpapier gebastelte Fallschirm in der Luft. "Ich habe erst geglaubt, das ist ein Bausatz", sagte Fecht-Christoffers staunend über die Präzision und Akribie, mit der die beiden Schülerinnen zu Werke gegangen waren.

"Wir wollen den Schülern mit diesem Jahresprojekt wissenschaftliches Arbeiten nahe bringen, wie sie es auch später tun müssen", strich Agema das Ziel heraus: "Sie sollen eigenständig  Experimente aufbauen, durchführen und auswerten können." Da  die Fortpflanzung von Pflanzen zum Lehrplan der 6. Klasse gehöre, habe sich die Schule für dieses Thema entschieden. Und weil es in den Naturwissenschaften durchaus Überschneidungen gebe, kooperierten bei dem mittlerweile dritten, von Wille eingeführten Jahresprojekt erstmals Biologie  und Physik.

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Fotostrecke Burgdorf: Wenn Samen an Fallschirmen zur Erde gleiten

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Von Sandra Köhler

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