Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Der Kaffee ist noch nicht fertig

Heeßel Der Kaffee ist noch nicht fertig

Wohl in den Winter und damit um Monate verschiebt sich der Produktionsstart der Hannoverschen Kaffeemanufaktur, die in Heeßel einen zweiten Standort baut. Der Grund: Geschäftsführer Andreas Berndt lässt den Röster noch einmal komplett neu einstellen – danach soll er 1,5 Tonnen Kaffee je Woche liefern.

Voriger Artikel
Damit der Schulstart gelingt
Nächster Artikel
Ausbau der BBS soll im Januar starten

Auf den Geruch von frisch geröstetem Kaffee müssen Heeßeler noch warten – auch wenn Geschäftsführer Andreas Berndt bereits die ersten Bohnen präsentieren kann. In dieser Woche wird der Röster noch einmal abgebaut.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Seit dem Frühjahr bauen Arbeiter den ehemaligen Landgasthof in Heeßel um. „Wir haben das Gebäude neu mit Feuerschutz versehen“, nennt der Geschäftsführer ein Beispiel für die umfangreichen Arbeiten und fügt hinzu, das Außengelände sei inzwischen gereinigt worden. Auch die Renovierung der ehemaligen Gasträume schreite schnell voran. Aber das Herzstück der Manufaktur, ein Probat-Röster aus dem Jahr 1978, genüge noch nicht seinen Ansprüchen, sagt Berndt, der im Juni immerhin zum vierten Mal in Folge mit besonderen Kaffeesorten als kulinarischer Botschafter des Landes Niedersachsen ausgezeichnet wurde.

Zwar hatte Berndt den Röster bereits einmal von einer Fachfirma erneuern lassen, unter anderem mit einer modernen Steuerung. „Doch die manuelle Temperatureinstellung, mit der ich direkten Einfluss auf die Entwicklung des Kaffees nehmen kann, funktioniert noch nicht richtig.“ Deshalb baut der Hersteller in dieser Woche die Maschine noch einmal ab, überarbeitet die Steuerung und baut die Anlage in den nächsten Wochen wieder neu auf. „Damit verzögert sich der Produktionsstart wahrscheinlich bis in den Winter“, sagt Berndt bedauernd - auch mit Blick auf jene Heeßeler, die sich immer wieder nach dem Fortgang der Arbeiten erkundigten und die er bislang vertrösten muss. Wenn der Betrieb gestartet ist, will er den Röster wöchentlich zehn Stunden betreiben, für etwa 1,5 Tonnen Kaffee. Wie der Starttermin lasse sich aber auch die geplante Investition von gut 250 000 Euro nicht mehr halten, sagt der Geschäftsführer.

Immerhin: Die Räume zeigen bereits deutliche Veränderungen. So steht im Eingangsbereich ein alter Holztresen mit neuen Elementen, ein Regal mit vielen kleinen Fächern für den Kaffee bedeckt die Wand des ehemaligen Schankraums. „Wenn wir fertig sind, dann hat sich unser Traum erfüllt“, sagt Berndt, der die Kaffeemanufaktur vor vier Jahren an der Liepmannstraße in Hannover gegründet hat. Gestartet als Einmannbetrieb beschäftige er in seiner Firma inzwischen zehn feste und zehn freie Mitarbeiter. Sobald die Produktion in Heeßel angelaufen sei, werde er weitere Mitarbeiter einstellen.

Beim Umbau setze er auf eine Kombination von Altem und Neuem, sagt Berndt. Schließlich gehe es darum, für die Manufaktur den Charakter des Gebäudes zu erhalten. „Wir schaffen eine Produktionsstätte, die sich Kunden und Interessierte anschauen können“, beschreibt er das Konzept. Dazu gehöre auch, dass sich Gruppen einen eigenen Kaffee rösten können, den sie dann - wohl portioniert - mit nach Hause nehmen. Moderne Technik und Datenleitungen indes gibt es in den oberen Stockwerken: Dort richtet Berndt die Büros für die Verwaltung des gesamten Unternehmens ein.

Kein Anschluss – bittere Realität

Meldungen wie am Dienstagnachmittag über den Ausfall von Kabel Deutschland treiben Andreas Berndt die Sorgenfalten ins Gesicht. Denn während sich Privatleute zumeist über den Ausfall des Fernsehens ärgerten, geht es bei ihm wie bei anderen Unternehmen vor allem ums Geschäft. „Wir hatten allein im August zehn Tage lang kein Telefon und zwei Wochen lang kein Internet“, sagt der Firmenchef. Diese Einschränkung habe den Verkauf fast lahmgelegt und die Produktion in Hannover stark behindert – ebenso wie die Abstimmung mit den Firmen für den Umbau in Heeßel. Auf eine Entschuldigung des Anbieters warte er nach wie vor. „Dafür haben wir von vielen Kunden wütende Briefe erhalten, weil sie uns auf keinem Kanal erreichen konnten“, sagt Berndt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6spbwii5es91l9mp4k4p
Rat peilt die schwarze Null an

Fotostrecke Burgdorf: Rat peilt die schwarze Null an