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Weißer-Ring-Helfer besuchen die Polizei

Burgdorf Weißer-Ring-Helfer besuchen die Polizei

Jeder kann Opfer von Kriminalität und Gewalt werden. Wem solches widerfährt, dem bietet der sogenannte Weiße Ring Hilfen an. Mitarbeiterinnen der Opferhilfsorganisation haben jetzt den Informationsaustausch mit der Polizeiinspektion Burgdorf gesucht und den Ermittlern einen Besuch abgestattet.

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Edelgard Hoffmeister-Schilling (von links) und Sylvia Fredebohm vom Weißen Ring suchen das Gespräch mit der Polizei: Einsatzleister Andreas Obst und der Leiter der Polizeiinspektion Burgdorf, Jürgen Graver, schenken den Helferinnen Gehör.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Edelgard Hoffmeister-Schilling und Sylvia Fredebohm sind Mitarbeiterinnen der Außenstelle Hannover-Land des Weißen Rings, die zuständig ist für die 20 Umlandkommunen der Landeshauptstadt unf ihren Sitz in Neustadt am Rübenberge hat. Nach Angaben von Hoffmeister-Schilling und Fredebohm haben sich in den zwölf Monaten des vergangenen Jahres annähernd 400 Hilfesuchende an die Organisation gewandt. Die beiden Frauen betreuen solche Opfer von Kriminalität im Norden und im Osten der Region Hannover.

Der Weißer Ring und die Polizei wissen zwar voneinander und stehen auch miteinander in Kontakt, sagt Jürgen Graver, Chef der Polizeiinspektion Burgdorf. Man sei sich bislang aber nicht persönlich begegnen, begrüßte der Behördenleiter die Initiative der beiden Frauen, die zurzeit alle Polizeidienststellen besuchen mit der Bitte im Gepäck, dass die Ermittler mögliche Opfer auf die Hilfsangebote des Weißen Rings aufmerksam machen. Bei Graver liefen sie mit ihrem Ansinnen offene Türen ein. "Wir nehmen uns der Anlieger der Bürger an und vermitteln sie im Bedarfsfall weiter an Behörden und Hilfsorganisationen, die ihnen weiterhelfen können", versichert der Polizeichef, dessen fast 400 Mitarbeiter Straftaten zwar aufklären, aber keine Opfernachsorge betreiben können.

Dabei wird diese immer wichtiger. "Wir haben in jüngster Zeit immer mehr Fälle gehabt in unserem Bereich", sagen Hoffmeister-Schilling und Fredebohm. Beide sind besonders geschult, um Kriminalitätsopfer einzeln oder auch im Tandem zu betreuen - nach sexuellem Missbrauch und häuslicher Gewalt, nach Einbrüchen, Körperverletzungen, Fällen von Stalking und dem sogenannten Love-Scamming, bei dem Internetbetrüger ihre Opfer unter Vortäuschung falscher Tatsachen und Identitäten materiell ausnehmen. Überhaupt gebe es immer mehr Fälle, wo Menschen Internetbetrügern aufsäßen und anschließend darunter litten.

Manche Opfer trügen psychische Verletzungen davon, andere gerieten sogar  materiell in Not. Hoffmeister-Schilling und Fredebohm haben ein breit gefächertes Hilfsinstrumentarium zur Verfügung, das von Geldzuwendungen bis zur Unterstützung bei der Jobsuche reicht. Der Weiße Ringe helfe, wenn ein Anwalt gebraucht werde oder ein Psychiatriefacharzt, er gehe beim Ausfüllen von Formularen zur Hand, begleite bei Behördenbesuchen. Vor allem aber nehmen die Mitarbeiterinnen Hilfesuchende, die sich häufig schämten, als Gesprächspartner ernst.

Der Weiße Ring, Außenstelle Hannover-Land, ist erreichbar unter Telefon (0151) 55164772 und per E-Mail an henze.weisser-ring@gmx.de. Die zentrale, bundesweit geschaltete Opfer-Rufnummer lautet 116006.

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