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Helga Bindseil ist tot

Burgdorf Helga Bindseil ist tot

Wie kaum eine Zweite hat Helga Bindseil in Burgdorf ihre Spuren hinterlassen. Am Sonntag ist die Ehrenvorsitzende des DRK-Ortsverbands, die auch Ehrenmitglied des DRK-Regionsverbands war, wenige Tage vor ihrem 91. Geburtstag gestorben.

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Helga Bindseil ist am Sonntag im Alter von 90 Jahren verstorben.

Quelle: Stefan Heinze

Burgdorf. Die Gründung des Jugendrotkreuzes, die Kindertagesstätte Villa Mercedes und die Begegnungsstätte Herbstfreuden sind nur drei Beispiele für den unermüdlichen Schaffensdrang der langjährigen Vorsitzenden des DRK-Ortsverbands und des DRK-Kreisverbands. Für ihre Verdienste hatte ihr schon 1982 der damalige Landesvater Ernst Albrecht das Bundesverdienstkreuz überreicht.„Die Begegnungsstätte Herbstfreuden ist ihr Kind“, sagt Günter Schliffka, der seit 2010 mit seiner Frau Annemarie die Einrichtung leitet. Ursprünglich habe das Rote Kreuz in der Schulstraße eine Seniorenbegegnungsstätte gehabt. Die habe Bindseil in der Wilhelmstraße weiter ausgebaut.

Von 1966 bis 2000 stand die Powerfrau an der Spitze des DRK-Ortsverbands. Besonders am Herzen lag ihr die Jugendarbeit. Der Ortsverband gründete 1968 das erste Jugendrotkreuz (JRK) im ehemaligen Landkreis Burgdorf. „Sehr, sehr wichtig war ihr, dass auch Kinder aus sozial schwachen Familien einbezogen wurden“, erinnert sich die frühere JRK-Leiterin Helga Bittkau, die 2000 den Vorsitz des DRK-Ortsverbands von Bindseil übernommen hatte.

Mehr als 40 Jahre lang vertrat Bindseil, die vor fünf Jahren mit ihrem Mann Horst Bindseil, dem ehemaligen Stadtdirektor, diamantene Hochzeit feierte, beharrlich und redegewandt die Belange sozialer Randgruppen im Sozialausschuss der Stadt. Anfang der Neunzigerjahre setzte sie sich erfolgreich dafür ein, dass das Rote Kreuz in der Villa Mercedes, dem ehemaligen Katasteramt, eine Kindertagesstätte eröffnen konnte. Die Kita Villa Mercedes war in Burgdorf eine der ersten Kindertagesstätten in freier Trägerschaft.

Gerhard Bleich, Geschäftsführer des VVV und des SMB, kannte Bindseil seit 1978. „Wir hatten immer viel Spaß miteinander und haben gut zusammengearbeitet.“ Für ihn gehöre sie zu den Persönlichkeiten, die Spuren in der Stadt hinterlassen haben. „Für das DRK war sie ein Glücksfall. In Verbindung mit ihrem Mann hat sie für Burgdorf eine Menge geleistet.“

In der Stadt war die gebürtige Danzigerin auch als Frohnatur bekannt. Lange Zeit organisierte sie als „Lady Karneval“ den Fasching in Burgdorf.

Obwohl ihre Sehkraft zum Schluss sehr nachgelassen hatte, ließ sie sich hin und wieder in der Öffentlichkeit bei Veranstaltungen blicken. Von ihrem Mann wurde die zweifache Mutter und dreifache Großmutter zu Hause umsorgt. Außerdem wurde sie von der DRK-Sozialstation betreut.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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