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Der Müllberg ist Becks Reich

Burgdorf Der Müllberg ist Becks Reich

Der Müllberg an der Steinwedeler Straße markiert die höchste Erhebung Burgdorfs. Wenn der Berg ruft, steht dort droben Henry Beck. Von dort übersieht der neue Deponiechef sein Reich: Wertstoffhof, Kompostieranlage, Sperrmüllsortierhalle. Und natürlich die ganze Südstadt.

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Henry Beck auf Burgdorfs Müllberg. Im Hintergrund ist die Südstadt zu erkennen.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Burgdorf liegt 56 Meter über Normalhöhennull. Oder über dem Meeresspiegel, wie der Volksmund sagt. Türmt man noch einmal 37 Meter oben drauf, erreicht man den Gipfel des Müllbergs am Rande der Südstadt und kann die Aussicht genießen. Dort hat nun Beck, ein Burgdorfer Urgestein, seit wenigen Wochen das Sagen. Der 57-Jährige ist Vorgesetzter von 36 Mitarbeitern, darunter zwei Frauen. Ein Abfallmanager sozusagen.

Damit ist Beck, der einst an der Mittelstraße im Stadtzentrum aufwuchs und heute in Otze wohnt, der Nachfolger von Rainer Person, dem Mr. Müll Burgdorfs, der nach mehr als 30 Jahren als Deponieleiter Anfang Februar in den Ruhestand ging. Als Beck 1986 als gelernter Kaufmann zur Abfallentsorgung des Landkreises stieß, war Person schon da gewesen. Von ihm lernte er viel, um nicht zu sagen fast alles. Beck arbeitete sich hoch im Betrieb. 2006 wurde er Persons Stellvertreter.

Dann trennten sich die Wege der beiden Männer. Beck wechselte zur Mülldeponie in Lahe, kümmerte sich dort zunächst um das Stoffstrommanagement, wurde Leiter der Sperrabfallaufbereitung und des Wertstoffhofs, bevor der Abfallwirtschaftsbetrieb der Region Hannover (Aha) ihm schließlich die Leitung der Deponie in Burgdorf antrug. Zurück zu den Wurzeln, könnte man sagen. Denn schon als Kind war Beck mit seinem Opa zur Deponie an die Steinwedeler Straße gefahren, um dort Müll abzuladen.

Die Müllabladezeiten von damals sind passé. Heute kommt auf der Deponie nur noch Sperrmüll an. Der wird dann in einer großen Halle sortiert und geschreddert, um in der Verbrennungsanlage in Lahe zu landen.

Außerdem bringen die Menschen Wertstoffe: Papier, Holz, Plastik, Metall und vieles mehr. In der Woche steuern bis zu 800 Fahrzeuge den Wertstoffhof an. An Wochenenden zählen Beck und seine Leute auch schon mal 1600 Autos, die sich dann zurückstauen bis auf die Steinwedeler Straße. Eben drum ist Aha im Begriff, die Wertstoffstraße umzubauen und zu erweitern. Aha sortiert und veräußert die Wertstoffe als Rohstoffe für spätere Recyclingprodukte. Die Einnahmen helfen, die Gebühren für die Restmüllentsorgung in der Region niedrig zu halten.

Gartenbesitzer schließlich liefern ihre Grünabfälle an, welche Aha-Mitarbeiter zum Naturdünger Kompost weiterverarbeiten und kostenlos abgeben. Und Ende des nächsten Jahres, Anfang 2019 beginnt dann auch noch die Rekultivierung des Deponiekörpers. Alles dies sowie das Personalmanagement, die Fahrzeuglogistik und die Aktualisierung des Gefahrstoffkatasters muss Beck auf dem Schirm haben. Weil das eine Menge Holz ist für einen einzigen Mann, lautet sein Credo als Chef: Alle Mitarbeiter dürfen nicht nur, sie sollen mitdenken und möglichst eigene Vorschläge machen, wie die Arbeit am effektivsten erledigt werden kann.

Dass die Arbeit sehr technisch geprägt ist, stellt für Beck kein Problem dar. Der Mann engagierte  sich jahrelang aktiv in der Feuerwehr. Der Job auf der Deponie hat freilich auch noch eine andere Seite: Die Natur, die sich auch schon mal tierisch Bahn bricht auf Becks Berg. Regelmäßig laufen Rehe über den Müllgipfel. Immer der gleiche Storch besucht seit Jahren die Sperrmüllhalle und guckt, ob er Essbares findet, berichtet Beck. Dann geht dem Vater von zwei erwachsenen Kindern, der privat ein begeisterter Camper ist und viel auf dem Fahrrad strampelt, das Herz auf.

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