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Die Aue als Badeparadies

Burgdorf Die Aue als Badeparadies

Heute ist die Aue eine schnell fließender, schmaler Fluss. Doch einst mäanderten seine Arme durch Burgdorf und schufen eine Flusslandschaft, die im Winter zum Eislaufparadies gefror und im Sommer die Menschen zum Baden lockte. Ein Flussbadehaus wird urkundlich erstmals erwähnt im Jahr 1864.

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Zwischen Burgdorf (rechts am Horizont) und Steinwedel fließt die Aue heute in ihrem künstlich begradigten Bett. d

Quelle: Holger Schilke

Burgdorf. Wie ein schmales, blau-graues Band zieht sich die Aue zwischen Steinwedel und Burgdorf durch die Landschaft. Holger Schilke hat die Aue-Niederung am Mittwochabend aus der Vogelperspektive fotografiert. „Aus der Luft ist gut zu erkennen, wie die Begradigung den Lauf der Aue eingeengt hat. Man kann auch gut sehen, wie nahe die landwirtschaftliche Nutzung an den Flusslauf heranreicht“, sagt Schilke. Während im Stadtpark mit der Renaturierung der Aue begonnen wurde, sei das südwestlich Burgdorfs leider noch kein Thema.

Man hat die beiden Läufe der Aue Anfang der Siebzigerjahre begradigt, um Burgdorf vor Überschwemmungen zu schützen. Ältere Burgdorfer erinnern sich daran, dass die beiden Auearme regelmäßig über die Ufer traten. Doch der Fluss war nicht nur eine Bedrohung, sondern auch ein beliebter Ort, um sich im Sommer nach einer langen, heißen Arbeitswoche zu erfrischen. Es gab sogar Flussbadeanstalten. Im Stadtarchiv wird ein Gesuch aufbewahrt, das die Burgdorfer Bade-Actien-Gesellschaft 1864 an den Magistrat schrieb und darum bat, an der Lampenmühle an der Friederikenstraße ein Flussbadehaus aufstellen zu dürfen.

Seit 1878 gab es eine Kaltwasserbadeanstalt an der Aue in Höhe des Kleinen Brückendamms. So steht es in dem Burgdorfer Geschichtsbuch „Komm mit!“.

Im Mai 1919 wurde die Schradersche Badeanstalt in der Nähe der Brücke am Ende der Braunschweiger Straße in Betrieb genommen. Eigentümer war die Burgdorfer Badegesellschaft. Damit es dort sittlich zuging, durften Frauen und Männer nur zu getrennten Zeiten baden. Auf die Einhaltung dieser Regel achtete Bademeister Hannes Schrader. Im Laufe der Jahre verschlammte diese Badestelle jedoch.

So wurde 1927 ein neues Schwimmbad angelegt und zwar dort, wo heute der Stadtpark ist. Gespeist wurde es von der Aue. Die Attraktion dieser Badeanstalt war ein großer Sprungturm. Das Bad musste 1956 geschlossen werden, weil es baufällig und die Wasserqualität zu schlecht geworden war. Im Jahr darauf baute die Stadt Am Nassen Berg das heutige Freibad, das 1970 um ein Hallenbad erweitert wurde.

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Die Sensation in der 1927 eröffneten Badeanstalt im Stadtpark war der Sprungturm.

Quelle: Grafik
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