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Michael Kirstein misst jede Windböe

Burgdorf Michael Kirstein misst jede Windböe

Das Wetter ist Michael Kirsteins Hobby. Seit 1977 misst er Temperaturen, Niederschläge und Sonnenscheindauer in Burgdorf. Jetzt hat er seine Wetterstation auf dem Dach seines Hauses erneuert. Damit ist er dem Wetter noch viel genauer auf der Spur. Seine Daten speist er auch ins Internet ein.

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Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Kirstein hat Sinn für Humor. „Ich bin der Wetterfrosch mit der Wetterstation auf dem Dach“, beschreibt der auf Überwachungstechnik spezialisierte Gebäudetechniker sich selbst. Sein Haus steht in der Südstadt, Am Kahlen Lehn 1. „Nach fast 20 Jahren habe ich meine alte Wetterstation in den wohlverdienten Ruhestand geschickt und mir eine neue Station zugelegt“, sagt der 54-Jährige. Und zwar eine Davis Vantage Pro 2. Das hochwertige Display als Basisstation mitsamt kombinierter Außeneinheit habe ihn ein „kleines Vermögen gekostet“. 2000 Euro habe er investiert.

Wichtiger als der Preis sind Kirstein die Gimmicks, wie er das nennt: Waren früher die verschiedenen Sensoren übers ganze Grundstück verteilt, thronen sie heute als Einheit auf dem First. Außer Regen, Wind und Temperatur misst die Anlage auch den UV-Index und die UV-Dosis sowie die Sonneneinstrahlungsintensität.

Mehr noch: Alle 2,5 Sekunden schicken die Sensoren via Basisstation einen aktuellen Satz aller Messdaten an Kirsteins PC, wo diese mithilfe eines selbst entwickelten Programms in Exceldateien einfließen. Die alte Anlage konnte das natürlich noch nicht. Die lieferte nur alle 30 Minuten einen Datensatz. Was beim Wind den Nachteil hatte, dass Kirstein keine Werte über Spitzengeschwindigkeiten bekam.

„Ich kann jetzt effektiv Windböen messen“, sagt er. Eine solche Spitzenböe fegte am 18. März mit 62,8 Kilometer in der Stunde über die Südstadt hinweg. Das entspreche der Windstärke acht, sagt der Hobbymeteorologe, der die Durchschnittstemperatur anhand seiner Daten für den März bei mehr als 7 Grad Celsius taxiert. Das sei 31  Prozent wärmer als zur gleichen Zeit im Vorjahr, als der März sich deutlich frischer und erheblich trockener präsentierte. Immerhin waren es 92 Prozent mehr Niederschlag als 2016.

„Wetter ist immer ein Thema. Alle reden drüber. Wenn Sie mich fragen, wie das Wetter war an einem beliebigen Tag seit 1997, kann ich es Ihnen sagen“, sagt der Vater von drei Söhnen, der auf Basis seiner Temperaturmessungen glaubt belegen zu können, dass der Klimawandel in Burgdorf noch nicht angekommen sei. Ein Temperaturanstieg sei nicht zu beobachten. „Das gilt nur für diesen Standort.“

Info: Wer sich für die Burgdorfer Wetterdaten interessiert, kann diese im Internet auf der Plattform Wetter.com unter dem Link netzwerk.wetter.com/wetterstation/18353/ abrufen.

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