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Sanfter Start ins Kindergartenleben

Burgdorf Sanfter Start ins Kindergartenleben

So sanft wie möglich ankommen: Das wollen die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten in Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze ihren neuen Schützlingen ermöglichen. Gelingen soll das mit einer Eingewöhnungsphase - individuell angepasst an die Bedürfnisse jedes Kindes.

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Neue Kindergartenkinder wie Jacob (rechts) in der Villa Mercedes sollen so sanft wie möglich in ihrem neuen Lebensabschnitt ankommen.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. Kind abgeben und los zur neuen Arbeitsstelle: Das funktioniert nicht. "Es ist ganz wichtig, dass sich die Eltern nicht einfach rausschleichen, wenn sie den Eindruck haben, es läuft gut, sondern sich bewusst verabschieden, damit bei den Kindern keine Ängste aufkommen", sagt Anke Bornemann, Leiterin der DRK-Kindertagesstätte Villa Mercedes in Burgdorf. Wie ihre Einrichtung setzen auch kommunale Kindergärten wie das Familienhaus in Uetze und die Kindergärten des Kirchenkreises Burgdorf auf die Eingewöhnung nach dem sogenannten Berliner Modell.

Dabei geben die individuellen Bedürfnisse der Kleinen das Tempo vor. Schrittweise verbringen die Kinder immer längere Zeit im Kindergarten. Beim langsamen Reinwachsen begleiten ihre Eltern sie die ersten Tage. Sind erst anwesend, verlassen dann für kurze Zeit den Raum. "Wir stellen in der Mensa Kaffee und Tee bereit, dort können die Eltern auch Zeitung lesen", sagt Familienhausleiterin Anne Wiechmann: "Aber wenn die Kinder sagen, dass sie Mama brauchen, dann reagieren wir sofort." Kinder, die bereits eine Krippe besucht haben, tun sich da wesentlich leichter. 

Rituale zum Abschied erleichtern die Trennung. "Wir haben ein Winkefenster, das meist total verschmiert ist, weil die Kinder das Glas hauchen und mit dem Finger Herzchen malen", sagt Wiechmann. Kuscheltiere, Schnuffeltücher oder Schnuller sind in vielen Einrichtungen Anker für die Kinderseele, wenn die Traurigkeit über die Trennung doch einmal überhand nimmt. Damit die Kleinen nicht an einen ganz unbekannten Ort kommen, dürfen sie vielfach vorher schon einmal mitspielen.

Dass neue Kinder verteilt auf die Monate kommen, erleichtere die Arbeit für die Erzieherinnen sehr, sagt Bornemann: "Eine Kollegin ist doch immer sehr mit der Eingewöhnung beschäftigt." Birgit Meinig, pädagogische Leitung der Kindertagesstätten des Kirchenkreises Burgdorf, streicht die Wichtigkeit eines guten Miteinanders von Kindergarten und Eltern heraus: "Auch für die Eltern ist die Eingewöhnungsphase gut, sie erleben so, was im Kindergarten passiert und dass ihre Kinder dort gut aufgehoben sind."

"Eltern ist es wichtig, dass ihre Kinder gut ankommen. Sie nehmen sich bewusst Zeit und begleiten ihre Kinder mitunter sogar als Paar an den ersten Tagen", berichtet Wiechmann. Auch Eltern aus Migrantenfamilien arbeiten aktiv mit: "Wenn wir ihnen erzählen, dein Kind braucht dich, sind sie auch dabei."

Von Sandra Köhler

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