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Schrottreife Fahrräder gibt es nicht mehr

Burgdorf Schrottreife Fahrräder gibt es nicht mehr

Im Herbst wird es früher dunkel. Da hängt die Sicherheit der Radler von der Beleuchtung ihres Drahtesels ab. Daher hatte die Fahrradwerkstatt des Burgdorfer Mehrgenerationenhauses (BMGH) für Sonnabend zu einer Lichtaktion eingeladen. Flüchtlinge waren in erster Linie Zielgruppe der Aktion.

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Jörg Datkewitz befestigt am Fahrrad des acht Jahre alten Ahsan eine Klingel.

Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Burgdorf. Auf dem Hof hinter dem BMGH überprüften Jörg Datkewitz, der die Fahrradwerkstatt seit September 2015 leitet, und Jürgen Hilzendeger aber nicht nur Lichtanlagen. "Ich habe keine Klingel", klagte der acht Jahre alte Ahsan, Flüchtlingskind aus Afghanistan. Datkewitz wusste Rat. Er hatte ein Ersatzteillager mitgebracht, das von Schrauben über Reflektoren bis hin zu Dynamos reichte. "Das BMGH spendet die Teile zu 99,9 Prozent. Ich kaufe sie ein", sagte der 48 Jahre alte Diplom-Betriebswirt. Er hatte natürlich auch eine Klingel dabei.

Während Datkewitz das Mountainbike des Achtjährigen verkehrssicher machte, reparierte Hilzendeger nebenan das Fahrrad von Ahsans Vater. So mussten sich die Mutter des Jungen und sein zwölf Jahre alter Bruder Faisal gedulden, bis sie an die Reihe kamen. Am Rad der Mutter fehlte vorn die Lampe. Am Rad des Bruders funktionierte weder vorn noch hinten das Licht.

"Vielfach verteilen Organisatoren nur Fahrräder an Flüchtlinge. Dann bleiben die Räder und die Personen sich selbst überlassen", bedauert Datkewitz. Die Fahrradwerkstatt des BMGH ermögliche, die Drahtesel zu warten und zu reparieren. Früher hätten immer wieder schrottreife Räder an der Unterkunft an der Friederikenstraße gestanden, erinnert sich der Burgdorfer. Der Bauhof habe sie abtransportieren müssen. "Das ist heute nicht mehr der Fall", hat Datkewitz festgestellt.

Die Werkstatt ist donnerstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Meistens fällt aber so viel Arbeit an, dass der Burgdorfer nicht vor 21 Uhr nach Hause kommt, obwohl er auf einen Helferstamm von fünf Flüchtlingen bauen kann. Bei Aktionen wie Sonnabend unterstützt ihn Hilzendeger. "Wer Spaß am Montieren hat, kann gern donnerstags vorbeikommen", sagt Datkewitz. Er habe Freude an der ehrenamtlichen Arbeit. Er sei technikverliebt und finde dabei Entspannung.

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Von Redakteur Friedrich-Wilhelm Schiller

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