Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Ortsrat für Heeßel scheint passé

Burgdorf Ortsrat für Heeßel scheint passé

57 mal Nein zu einem Ortsrat für Heeßel gegenüber 54 Befürwortern und 5 Unentschiedenen: So lautet das Ergebnis einer Abstimmung bei einer Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus Heeßel. Wie es weitergeht, liegt laut Bürgermeister Alfred Baxmann in der Hand der Kommunalpolitik.

Voriger Artikel
Kirche hilft Stadt beim Flüchtlingsheim
Nächster Artikel
Sorgenser wollen Flüchtlingen helfen

Wahlleiter Karl-Heinz Vehling gibt nach der Auszählung das Ergebnis des Bürgervotums bekannt.

Quelle: Sandra Köhler

Heeßel. Die Verwaltung warte getrost ab, "welches politische Signal es aus den Fraktionen gibt", sagte Bürgermeister Alfred Baxmann: "Ob das Ergebnis so akzeptiert wird, oder ob eine der beiden Fraktionen eine Initiative starten will" - davon hänge es ab, ob es eine Sondersitzung des Rates zum Thema überhaupt geben werde.

"57 zu 54 ist ein demokratisches Ergebnis. Das ist zu akzeptieren", kommentierte Gerald Hinz, Chef der SPD-Ratsfraktion den Ausgang der geheimen Abstimmung. Befürworter wie Gegner hätten im Vorfeld die Chance gehabt, ihre Argumente an den Bürger zu bringen. In seinen Augen hätten die Heeßeler aber mit diesem Votum "eine Chance vergeben, Demokratie vor Ort zu leben."

Von seiner Seite aus gebe es keine Notwendigkeit, am Bürgerwillen vorbei weitere Schritte für die Einrichtung eines Ortsrates zur Kommunalwahl im Herbst zu unternehmen. Die Heeßeler seien mit der Arbeit ihres Ortsvorstehers Heiko Reißer offenbar zufrieden: "Die Bürger können sich ja fragen, ob sie in 2021 einen Ortsrat haben wollen."

Man werde sich "am Montag in der CDU-Fraktion beraten", kündigte deren Vorsitzender Mirco Zschoch an. Seiner persönlichen Meinung nach "hat sich das Thema Ortsrat erledigt. "Nun könnten die Heeßeler "in Ruhe überlegen",  ob sie zur nächsten Kommunalwahl einen neuen Anlauf machen wollten.

Ortsbrandmeister Carsten Lübbe nahm das Ergebnis sichtlich enttäuscht auf. Hatte er sich von einem Ortsrat doch eine bessere Bündelung der Kräfte und Förderung der Vereine und Verbände versprochen. "Immerhin haben wir die Leute interessieren können", sagte er mit Blick auf die rund 130 Besucher in der Versammlung. Sein Mitstreiter Björn Sund (SPD) kündigte an: "Wir bleiben dran."

Der Abstimmung war eine kontroverse Diskussion vorausgegangen, ob Ortsvorsteher oder Ortsrat besser geeignet seien, das Dorf zu vertreten. Als Argumente für einen Ortsrat wurden unter anderem die Beteiligung an der Bauleitplanung und das Recht auf eine Anhörung beim Rat binnen vier Monaten angeführt. Dagegen sprächen höhere  Kosten und Aufwand. Ein Ortsvorsteher können schnell und unkompliziert tätig werden.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Weilert-Penk (SPD) sagte aus ihrer langjährigen politischen Erfahrung: "Ein Ortsrat hat schon schon großes Gewicht. Ratarbeit ohne Orträte wäre für uns viel einfacher."

Während der Sitzung zeigten sich mehrere Bürger extrem irritiert darüber, dass bereits am Abend ein verbindliches Meinungsbild abgefragt werden sollte. War doch im Vorfeld von einer Informationsveranstaltung und Unterschriftenlisten die Rede gewesen. Die drängende Terminlage habe es nötig gemacht, schnell zu handeln, begründete Ortsvorsteher Reißer das Verfahren.

doc6osy910g180lj1w9onc

Fotostrecke Burgdorf: Ortsrat für Heeßel scheint passé

Zur Bildergalerie

Von Sandra Köhler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6slqweqsy891304aul5i
Unfallschwerpunkt Betonpoller

Fotostrecke Burgdorf: Unfallschwerpunkt Betonpoller