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Deponiebetrieb nach Chemieunfall stillgelegt

ABC-Einsatz in Burgdorf Deponiebetrieb nach Chemieunfall stillgelegt

Acht Feuerwehren haben am Mittwoch die Folgen eines Chemieunfalls auf der Mülldeponie an der Steinwedeler Straße in Burgdorf beseitigt. Dort war in einer Sortierhalle eine unbekannte, übelriechende Flüssigkeit ausgelaufen. Vier Mitarbeiter der Deponie erlitten Verletzungen.

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Großeinsatz der Burgdorfer Feuerwehren auf dem Deponiegelände an der Steinwedeler Straße.

Quelle: Christian Elsner

Burgdorf. Die Tore der Mülldeponie hat die Polizei seit Mittwochmittag abgeriegelt – außer den Einsatzkräften der Feuerwehren und des DRK wird kein Betriebsfremder auf das Gelände gelassen. Das wird bis auf Weiteres auch so bleiben, die Abfallwirtschaft Aha hat den Deponiebetrieb stillgelegt.

In einer Sortierhalle war laut Aha gegen 12.30 Uhr während des Schredderns von Sperrabfall eine unbekannte Flüssigkeit freigesetzt worden. „Hierbei entstand eine extreme Geruchsbildung“, teilt das Unternehmen mit. Diese habe zur Folge gehabt, dass vier Mitarbeiter, die sich in der Halle aufhielten, über starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel klagten. Der Notarzt ordnete an, dass die Betroffenen sofort mit den Rettungswagen ins nächstgelegene Krankenhaus, in diesem Fall nach Lehrte, gebracht wurden.

Gegen 14 Uhr konnte der ABC-Zug der Ortsfeuerwehr Burgdorf mit der Erkundung der Sortierhalle beginnen. Denn die Einsatzkräfte mussten aus Sicherheitsgründen warten, bis die Dekontaminationsstation aufgebaut war. Um 14.30 Uhr nahmen sie eine Probe von der öligen, bräunlichen Flüssigkeit, die sich unter der Schreddermaschine gesammelt hatte. In einem Eimer trugen sie diese zur Analyse zu den Hänigsern, die mit ihrem mit Messgeräten ausgestatteten Einsatzfahrzeug ebenfalls alarmiert worden waren.

An der Mülldeponie an der Steinwedeler Straße in Burgdorf ist eine unbekannte Flüssigkeit ausgelaufen. Das hat fünf Feuerwehren auf den Plan gerufen.

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Derweil wurde in der Luft eine alkoholische Verbindung gemessen. Wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte, seien diese Messergebnisse laut Notarzt deckungsgleich mit dem Verletzungsmuster der vier Mitarbeiter. Allerdings war bis Redaktionsschluss noch nicht geklärt, woher die Flüssigkeit stammte oder wie sie entstanden sein könnte.

Für den Transport zu einer Entsorgungsfirma wurde die mit Bindemittel abgestreute Flüssigkeit von den Feuerwehrleuten in einen 200 Liter fassenden Edelstahlbehälter geschaufelt. Weil die Einsatzkräfte nur im sperrigen Schutzanzug arbeiten konnten und die Chemikalie unter dem Schredder nur schwer zu erreichen war, zog sich diese Arbeit bis in die Abendstunden hin.

Zusätzlich wurden im Verlauf des Nachmittags der Gefahrgutzug Hannover Ost sowie die Berufsfeuerwehr Hannover zu Hilfe gerufen. Denn die Burgdorfer, die mit rund 50 Einsatzkräften der Ortsfeuerwehren Burgdorf, Schillerslage, Heeßel, Otze, Hülptingsen sowie Hänigsen auf der Deponie waren, brauchten personelle Unterstützung. Das THW Burgdorf kam am späten Nachmittag dazu und versorgte die Helfer mit Essen und Getränken.

Der Einsatz auf dem Deponiegelände ruft Erinnerung an die fatalen Folgen des Läufer-Brands vor zwei Jahren wach. Mehrere Ortsfeuerwehren hatten den Brand in einer Produktionshalle auf dem ehemaligen Läufer-Gelände im Norden Burgdorf zwar schnell gelöscht, doch am nächsten Tag meldeten sich Feuerwehrleute krank. Betroffen waren damals rund 30 Einsatzkräfte, die teilweise für mehrere Tage in Krankenhäusern behandelt werden mussten. Auf der Suche nach der Ursache war der ABC-Zug der Berufsfeuerwehr Hannover und sogar die Analytische Taskforce aus Hamburg  in Einsatz. Es stellte sich heraus, dass sich während der Löscharbeiten eine chemische Substanz gebildet hatte, die zu den gesundheitlichen Beschwerden geführt hat.

Den Betrieb auf dem Wertstoffhof und dem Deponiegelände hat Aha bis auf Weiteres stillgelegt. Das Unternehmen bittet die Bürger, auf die Wertstoffhöfe in Hannover am Moorwaldweg und am Borsigring in Sehnde auszuweichen.

Von Anette Wulf-Dettmer und Stefan Heinze

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