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Ist ein Autofahrer schuld am Reiterunfall?

Burgdorf/Otze Ist ein Autofahrer schuld am Reiterunfall?

Mit Spannung blicken Pferdehalter und Reiter am Mittwoch zum Oberlandesgericht Celle: Dort wird über einen Unfall vom 7. April 2009 entschieden. Damals scheute ein Pferd, nachdem ein Auto an ihm vorbeifuhr. Die Reiterin wurde schwer verletzt.

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Dem Ortstermin in der Otzer Feldmark folgt am Mittwoch die Urteilsverkündung beim Oberlandesgericht Celle - darauf wartet eine Reiterin seit fast sieben Jahren.

Quelle: Bismark

Burgdorf. An jenem verhängnisvollen Tag erlitt eine Reiterin in der Feldmark bei Otze schwere Verletzungen, vor allem im Gesicht, unter denen sie bis heute leidet und wohl auch noch die nächsten Jahre leiden wird. Sie führte ihr Pferd an der Leine auf einem Grünstreifen - das ist unstrittig. Dann wich sie einem schnell fahrenden VW Golf aus, der nach ihrer Einschätzung direkt auf sie zufuhr. Wegen des riskanten Manövers scheute offenbar ihr Pferd und verletzte die Halterin, wie sie bei einem Ortstermin im Dezember 2015 eindrucksvoll schilderte. Der Autofahrer indes bestritt die Darstellung bei dem Termin und verwies darauf, dass ihn keinerlei Schuld treffe.

Dieser Einschätzung war der Verkehrssenat bislang gefolgt - ohne sich bis vor wenigen Wochen die Situation in der Feldmark anzuschauen. Gegen dieses Vorgehen und vor allem gegen das Urteil kämpfte die Otzerin bis zum Bundesgerichtshof. Dessen Richter verwiesen das Verfahren im vergangenen Jahr zurück ans Oberlandesgericht (OLG). „Dass nun der entscheidende Senat das Verfahren wieder übernimmt, ist ein durchaus üblicher Ablauf“, sagt Jessica Laß, Sprecherin des OLG, und fügt hinzu, dass sich daraus eine Befangenheit der Richter nicht ergebe.

Laß betont, dass es sich bei dem Verfahren um einen Zivilrechtsstreit handelt: „Dem Zivilgericht, das nachträglich über eventuelle Ansprüche aus Unfällen entscheidet, obliegt keine Spurensicherung“, sagt sie. Diese sei auch nicht möglich, weil der Zivilrechtsstreit oft erst geraume Zeit nach dem Unfall angestrengt werde. In diesem Fall hatte die Familie der Reiterin zumindest versucht, mit Fotos den Ablauf festzuhalten. Auch diese Bilder wurden in dem Ortstermin immer wieder für Vergleiche mit den Gegebenheiten rund um den Grünstreifen und den landwirtschaftlichen Weg genutzt.

Für die Reiterin und ihren Anwalt Christian Reinicke waren die Zurückverweisung vom Bundesgerichtshof ans OLG sowie die nach fast sieben Jahren nachträgliche Spurensuche vor Ort ein erster Erfolg. Am Mittwoch nun geht es um die Frage, wie das Gericht die Gefahr, die ein Pferd als Tier darstellt, gewichtet gegenüber der Gefahr, die in der konkreten Situation vom Auto ausgegangen ist.

von Antje Bismark

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