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Geflüchtete

Burgdorf Hohe Kosten 
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Geflüchtete

Ein eklatanter Anstieg der Fallzahlen in der Jugendhilfe führt für die Stadt zu drastischen Kostensteigerungen von rund 600 000 Euro. Grund sind insbesondere die unbegleiteten jungen Flüchtlinge. Die gute Nachricht: Das Land erstattet die Kosten für die Hilfen fast zu 100  Prozent.

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Jens Niemann, Leiter des Jugendamtes, stellt aktuelle Zahlen zur Unterbringung von Kindern und Jugendlichen vor.

Quelle: Archiv/Neander

Burgdorf. Die Hilfen für junge Volljährige und die Inobhutnahme für Kinder und Jugendliche hätten sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt, heißt es in der Beschlussvorlage, die jetzt im Rat zur Abstimmung stand. Allein auf rund 550 000 Euro belaufen sich die Kosten, die das Jugendamt in 2016 aufwenden musste, um unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Obhut zu nehmen.

23 von ihnen wurden Burgdorf seit November 2015 zugeteilt. Das ist eine hohe, zusätzliche Anzahl, denn gewöhnlich muss die Stadt um die 50 Pflegekinder stationär, also in Pflegefamilien oder Heimen unterbringen. Für eine Heimunterbringung zahlt sie etwa 50 000 Euro pro Jahr und Kind, bei Pflegefamilien rund 15 000 Euro. Der Leiter des Jugendamtes, Jens Niemann, ist deshalb froh, dass acht Flüchtlingskinder in Familien unterkommen konnten. „Das ist für Burgdorf eine starke Zahl“, sagte Niemann. Die anderen leben zum Teil im Heim, zum Teil auch bei Verwandten.

Über die genannten Unterstützungen hinaus gehören zur Jugendhilfe aber auch die sozialpädagogische Betreuung bei Eltern-Kind-Konflikten, stationäre Aufnahmen in Pflegefamilien, die Schulbegleitung von Kindern mit Teilleistungsstörungen wie beispielsweise leichten Störungen aus dem Bereich des Autismus und zahlreiche andere Hilfen mehr. Hilfeempfänger können dabei sowohl Geflüchtete als auch Einheimische sein. Da es sich dabei um Pflichtleistungen der Kommunen handelt, hatte der Rat keinen Entscheidungsspielraum. Die Stadt muss das Geld vorschießen. 80 000 Euro der genannten rund 600 000 Euro schlagen dabei noch für 2015 zu Buche, 525 000 Euro für 2016.

Seminar für Eltern

Die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien ist für die Stadt eine seit Langem erprobte und bewährte Maßnahme. Denn es gibt immer wieder Minderjährige, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr zu Hause leben können. Pflegefamilien ermöglichen dann, dass die Kinder in der Stadt wohnen bleiben und ihre sozialen Kontakte halten können.

Für Paare und Einzelpersonen, die ein Kind oder einen Jugendlichen aufnehmen möchten, bietet der Pflegekinderdienst der Stadt ein Vorbereitungsseminar an. Es findet am Freitag, 11. November, 16 bis 22 Uhr, Sonnabend, 12. November, 9.30 bis 18 Uhr, sowie an drei weiteren Abenden nach Absprache statt. Die Anmeldung ist bis Freitag, 4. November, unter Telefon (0 51 36) 89 83 32 möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei und Voraussetzung für die Aufnahme von Pflegekindern.

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