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In der Färberei tanzen die Purpurschnecken

Burgdorf In der Färberei tanzen die Purpurschnecken

Die Geschichte von Lydia der Purpurhändlerin haben mehr als 100 Jugendliche der Neuapostolischen Kirche auf die Bühne des Burgdorfer Gymnasiums gebracht. Mit Können und Spielfreude begeisterten sie die Besucher, darunter auch Bezirksapostel und Kirchenpräsident Rüdiger Krause.

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Syntyche (Antonia Bohnen, links) ist alles andere als begeistert über Lydias (Kim-Ailee Kasche) Ankunft.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. Lydia (Kim-Aileen Kasche) ist zwar Sklavin, aber eine starke Frau: Nach dem Tod ihres Herren, des griechischen Geschäftsmanns Antiochos zieht sie als Freigelassene mit ihren vier Kindern nach Philippi und übernimmt die Leitung der Färberei-Filiale. Dort wird sie mit den Intrigen der Sklavin Syntyche (Antonia Bohnen) konfrontiert, gerät mit ihrem Sohn Timon (Emmy-Lou Heidemann) aneinander, der des Umzugs wegen unglücklich ist und Gladiator werden will. Trost und Stärkung erfährt sie, als sie den jüdischen Glauben kennenlernt und später Paulus (Nina-Christin Friedrichs) und seine Begleiter in ihr Haus einlädt. So entsteht die erste christliche Gemeinde in Philippi.

Ein wenig erinnert das Musical, für das der Burgdorfer Ralf Meier und seine rechte Hand Martin Lütge aus Lehrte zwei Singspiele von Andreas Mücksch und Barbara Schatz kombinierten, an Bibelverfilmungen wie Ben Hur.  Was in der Apostelgeschichte des Lukas' nur wenige Verse umfasst, bietet Stoff für eine abendfüllende, aber nie langweilige Aufführung.

Mitreißend und mit viel Liebe zum Detail ist die Lebensgeschichte der Lydia inszeniert. Da tobt mit Händlern, Bauchtänzerinnen und Gladiatoren das pralle Leben auf dem Marktplatz von Philippi. Asterix und Obelix huschen auch durchs Bild, und wie bei Konfrontationen in dem kleinen gallischen Dorf verprügeln sich zwei Männer mit Fischen. Am Markttag gibt es eine Modenschau. Die wahrsagende Sklavin Diotene erscheint wie im Klischee mit Glaskugel und Lavalampe. Und als Lydia die steigenden Preise für Purpur bedauert und seufzt: "Hoffentlich sterben sie nicht ganz aus", da tanzen die Purpurschnecken in ihrer Färberei. 

Ein Jahr lang haben die Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 20 Jahren für ihre Auftritte immer wieder geübt und geprobt. Langweilig ist es ihnen dabei nicht geworden. Im Gegenteil: Wer sah, wie sehr die Akteure in die Geschichte eintauchen und mit glänzenden Augen und geröteten Wangen ganz in ihrer Rolle aufgehen, für den war es ein Leichtes, sich gefangen nehmen zu lassen -von der alten und doch aktuellen Geschichte über die Suche nach Sinn und Halt im Leben.

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Von Sandra Köhler

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