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Kaum Konflikte unter den Flüchtlingen

Burgdorf Kaum Konflikte unter den Flüchtlingen

Rund 200 Asylbewerber aus vielen Ländern und unterschiedlichen Religionsgemeinschaften leben derzeit in Burgdorf. Ernsthafte Konflikte untereinander wie kürzlich in Suhl gibt es - von einer Ausnahme abgesehen - bislang nicht. Das Zusammenspiel mehrerer Faktoren macht das möglich.

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Stadt und Ehrenamtliche bemühen sich um ein entspanntes Umfeld für die Flüchtlinge.

Quelle: Symbolbild

Burgdorf. Alleinstehende Männer aus dem Sudan und Eritrea stellen derzeit ein Viertel der Asylbewerber. Weitere Flüchtlinge kommen aus Indien, Balkanländern wie Serbien, dem Kosovo und Montenegro oder aus Afghanistan, Somalia und Syrien. Damit das Zusammenleben in den drei Häusern des Flüchtlingsheims an der Friederikenstraße klappt, versucht die Stadt, die Wohnungen nach Möglichkeit mit Menschen einer Nationalität zu belegen, sagt Renate Feldmann, stellvertretende Leiterin der städtischen Sozialabteilung. Sie warte deshalb nicht die Zuweisungen der Landesaufnahmebehörde in Braunschweig ab, sondern bittet von sich aus beispielsweise um die Zuweisung zweier Sudanesen, sobald zwei Landsleute eine Wohneinheit verlassen. „Meist werden unsere Vorstellungen auch erfüllt“, sagt Feldmann.

Aber auch in den multinational belegten Wohnungen gibt es laut Feldmann keine ernsthaften Konflikte. Allenfalls mit Problemen wie einem Streit um das Abwaschen oder Rauchen - Konflikte wie in vielen Wohngemeinschaften - wenden sich die Flüchtlinge an die Stadt. „Es ist immer Zeit da, sich das anzuhören“, sagt Feldmann.

Auch der Streit, der Anfang Mai zwischen zwei Flüchtlingen entbrannte und mit einer Messerattacke endete, war an Alltagsfragen entbrannt. Beide Beteiligten kommen aus demselben Land. Dass das Zusammenleben der Asylbewerber im Heim sowie in städtischen und privaten Wohnungen so gut laufe, sei auch dem Engagement des Nachbarschaftstreffs und des Burgdorfer Mehrgenerationenhauses zu verdanken, sagt Feldmann.

Diese Institutionen nehmen Kontakt zu Neuankömmlingen auf und begleiten die Asylbewerber mit viel ehrenamtlichem Einsatz. Die Stadt sei „froh und dankbar“ über den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen. So fühlten sich die Flüchtlinge ernst genommen.

Nicht zuletzt ist es aus Feldmanns Sicht aber „die Toleranz der Asylbewerber selber“, die für das gute Zusammenleben in den Wohneinheiten sorge. Der Flüchtlingssozialarbeiter Eitel Moch, der seit einiger Zeit im Einsatz ist, wird nach Feldmanns Einschätzung weiter zum guten Zusammenleben beitragen.

Von Stefan Heinze

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