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Kein Termin mehr beim Augenarzt

Burgdorf Kein Termin mehr beim Augenarzt

Die Terminvergabe für Patienten bei den drei Burgdorfer Augenärzten verschärft sich: Ein Mediziner behandelt ab Januar ausschließlich Privatpatienten. Für ihn wird es in Burgdorf keinen Nachfolger geben. Schon jetzt warten Patienten bis zu sechs Monate auf einen Termin beim Augenarzt - und sie haben nur dann Erfolg, wenn sie bereits in Behandlung sind.

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Quelle: dpa

Hannover.  Ein Anruf des Anzeigers bestätigte die Aussage eines Burgdorfers: Eine der beiden Augenärztinnen nimmt gar keine neuen Patienten mehr auf. „Unsere Kapazitäten sind ausgeschöpft“, sagte eine Mitarbeiterin am Telefon zur Begründung. Deshalb befürchten etliche Burgdorfer, dass die Versorgung ab Januar 2016 nicht mehr gewährleistet ist.

Die Rückgabe der Kassenzulassung des Augenarztes sei bekannt, sagt Detlef Haffke, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsens (KVN). Gleichwohl bestehe aus gesetzlicher Sicht damit keine Lücke in der Patientenversorgung. „Denn bei Fachärzten schauen wir nicht auf eine Kommune, sondern auf die Region“, sagt er. Damit bestehe sogar eine rechnerische Überversorgung: Nach einer Richtlinie, die auf Bundesebene erstellt wurde, hat sich ein Augenarzt um 23 506 Patienten zu kümmern. Bei 603 000 Einwohnern des ehemaligen Landkreises bedeute dies bei den 30 niedergelassenen Augenärzten einen Versorgungsgrad von knapp 117 Prozent. „Damit geht der Gesetzgeber von einer Überversorgung aus“, sagt Haffke und fügt hinzu, ein zusätzlicher Arzt dürfe sich damit nicht in der Region ansiedeln. Weil der Burgdorfer Mediziner seine Kassenzulassung zurückgegeben habe, sei eine neue Niederlassung in dem sonst gesperrten Planbereich möglich.

„Die Ärztin öffnet ihre Praxis in Burgwedel“, kündigt Haffke an und fügt hinzu, dass damit zwar die Zahl faktisch konstant bleibe, die Burgdorfer aber dennoch das Problem der Versorgung vor Ort hätten. „Das Manko der Bedarfsplanung liegt eindeutig in der Annahme des Gesetzgebers, dass Patienten bei Fachärzten mobil sein müssen“, beschreibt er die Problematik. Diese nimmt auch die Stadtverwaltung wahr. Sie hat nach dem Beschwerdebrief eines Burgdorfers Kontakt zur KVN aufgenommen. Die Stadt bittet das Gremium, die Bedarfsplanung zu prüfen - insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine Ärztin keine Patienten mehr neu annimmt. „Aufgrund der sozialgesetzlichen Regelungen bestehen außer einem dringenden Appell keine weiteren Einflussmöglichkeiten seitens der Stadt“, heißt es weiter.

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