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Kinder sollen abends daheim betreut werden

Aus dem Rat Kinder sollen abends daheim betreut werden

Die Forderung von Ratsmitglied und Bürgermeisterkandidat Michael Fleischmann (Linke) zur Ausweitung der Kindergartenbetreuungszeiten auch auf die Abendstunden stößt im Rat durchweg auf Ablehnung. Das ist bei der Beratung der Kindergartenbedarfsplanung 2011 deutlich geworden.

Burgdorf. Zum Schluss räumte Fleischmann selbst ein, dass sein Vorschlag möglicherweise nicht sinnvoll sei und man mehr auf Tagesmütter setzen sollte.

Das Problem, dass Unternehmen immer flexiblere Arbeitszeiten von ihren Mitarbeitern verlangen, wurde in der engagiert geführten Debatte durchaus anerkannt. Die Kommune dürfe sich aber nicht zum „Erfüllungsgehilfen der Wirtschaft“ machen, wie Christiane Gersemann (SPD) betonte. Wenn die Arbeitgeber gut ausgebildete Eltern brauchten, müssten sie auch Verantwortung für deren Kinder übernehmen und die Arbeitszeiten attraktiv gestalten.

Wichtig sei, das Wohl der Kinder im Auge zu behalten, die mit einem Aufenthalt im Kindergarten auch noch am Abend überfordert würden.

Strikt gegen eine außerhäusliche Betreuung am Abend äußerte sich Regina Ethner von der CDU („Ich war selbst ein Schlüsselkind, das ist mir nicht bekommen!“) genauso wie Dieter Lüddecke von der FDP („Die Stadt sollte das auf keinen Fall anbieten.“). Lüddecke verwies auf die Belastung der Erzieherinnen, die selbst auch Mütter seien, und pflichtete Gersemann bei: „Die Bringschuld haben die Unternehmen, die Mütter im Schichtdienst nach 18 Uhr beschäftigen.“

Der stellvertretende Verwaltungschef Dagobert Strecker berichtete aus der jüngsten Runde der Kindergartenleiterinnen, die keinen Bedarf für eine Betreuung am Abend sähen. Man dürfe es den Kindern auch nicht antun, sie nach der Betreuung abends noch einmal aus dem Schlaf zu reißen.

Fleischmann räumte letztlich ein, dass man vielleicht lieber den Einsatz von Tagesmüttern in der jeweiligen Familie stärker ins Auge fassen und diese Möglichkeit bekannter machen sollte.

Die Kindergartenbedarfsplanung wurde ansonsten als familienfreundlich gelobt. Die Idee, das Betreuungsangebot irgendwann um einen Waldkindergarten zu erweitern, wurde begrüßt.

Auf www.myheimat.de/ beitrag/1889952 finden Sie mehr zum Thema.

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