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Burgdorf Und was willst du ändern?

Die Schulkinder, die in den Ferien im Frauen- und Mütterzentrum betreut werden, haben zum Abschluss ihrer Themenwoche „Jetzt entscheiden wir!“ Bürgermeister Alfred Baxmann zu einer Fragestunde im Rathaus besucht.

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Eine Gruppe Kinder vom Mütterzentrum Burgdorf löchert Bürgermeister Baxmann mit Fragen.

Quelle: Isabell Rollenhagen

Burgdorf. Damit es in den Ferien nicht langweilig wird und die Kinder etwas lernen, organisiert das Frauen- und Mütterzentrum Themenwochen für die Grundschulkinder, die dort betreut werden. In dieser Woche ging es um Entscheidungsfindung. „Das ist auch in dem Alter schon wichtig“, sagt Leonie Zander (21), eine der ehrenamtlichen Betreuerinnen. Unter dem Motto „Jetzt entscheiden wir“ sollten die Kinder Pluralität erleben.

Höhepunkt der Aktion war gestern der Besuch der sieben Schulkinder bei Bürgermeister Alfred Baxmann. Er empfing die Sechs- bis Achtjährigen in seinem Büro. Dort sollten sie erfahren, wie Entscheidungsfindung funktioniert und im Rathaus gearbeitet wird. Baxmann erklärte geduldig, wer in der Verwaltung arbeitet und welche Entscheidungen getroffen werden.

Außerdem durften die kleinen Besucher ihn mit Fragen löchern. Und das waren welche, die auch Erwachsene interessieren. „Warum streiken manche in der Kita“, wollte ein Junge wissen. Und was er als Bürgermeister dagegen tun könne. „Ich kann da leider nichts machen“, antwortete der Politiker. „Das wird nicht in Burgdorf entschieden, sondern bei Tarifverhandlungen in Berlin.“ Was der Bürgermeister in Burgdorf ändern will, wollte ein anderes Kind wissen. „Zum Beispiel neue Schulen und Krippen bauen“, sagte Baxmann. Manche der Kinder machten sich sogar Notizen bei dem Termin - fast wie richtige Reporter. David (9) etwa hatte sich gleich zu Beginn biografische Daten zu Baxmann aufgeschrieben.

Bevor die Schüler das Rathaus wieder verließen, gab es noch eine wichtige Frage zu klären: „Musst du eigentlich jeden Tag im Büro sitzen?“ fragte ein Mädchen und schaute sich um. „Leider ja“, antwortete Baxmann. „Aber manchmal lassen die mich hier auch raus.“

Von Isabell Rollenhagen

Shehenaz feilt an ihrem Deutsch

Als ehrenamtliche Betreuerin hat Shehenaz vier Wochen lang die Ferienkinder vom Frauen- und Mutterzentrum begleitet. Die 25-Jährige, die ihren vollen Namen nicht veröffentlichen möchte, wollte schon in ihrem Heimatland Irak als Grundschullehrerin arbeiten. Doch dann musste sie vor sechs Jahren flüchten. Ihr Ziel: Deutschland. „Mein Mann war schon hier angekommen“, sagt sie im Rückblick. Gemeinsam bekamen sie eine Wohnung in Uetze, dort leben sie jetzt mit ihren drei und sechs Jahre alten Kindern. „Ich bin damals sehr schnell schwanger geworden, deshalb konnte ich nicht gleich mit dem Deutschlernen anfangen.“ Erst vor Kurzem absolvierte sie in der Einrichtung an der Wallgartenstraße einen sechsmonatigen Deutschkurs. „Am Ende gab es die Möglichkeit, bei den Ferienkindern mitzuarbeiten“, sagt sie. Sie habe die Chance genutzt – wegen ihres Berufswunsches und der Aussicht auf bessere Deutschkenntnisse. Letzteres hat sie geschafft. „Jetzt lerne ich weiter, damit ich später mit Kindern arbeiten kann“, sagt sie. Von Antje Bismark

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