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130 Erzieher üben die Arbeit mit Eltern

Burgdorf 130 Erzieher üben die Arbeit mit Eltern

Nur wenn Eltern und Kita-Erzieher das Wohl eines Kindes gemeinsam im Blick haben, kann es dem jungen Menschen gut gehen – diese Erkenntnis ist nicht neu, doch sie im Alltag stets umzusetzen, eben auch nicht leicht.

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Mehr 130 Erzieher aus den kirchlichen Kitas nehmen an der ersten Fachtagung des Kirchenkreises teil.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Und deshalb rückte der Kirchenkreis Burgdorf die Arbeit mit den Eltern in den Mittelpunkt seiner ersten Fachtagung, an der gestern mehr als 130 Erzieher aus elf Einrichtungen Burgdorfs, Lehrtes und Sehndes teilnahmen.

Seit dem 1. Juni 2016 befinden sich die Kitas in der Trägerschaft des Kirchenkreises, für sie hat Birgit Meinig die pädagogische Leitung übernommen. Sie konzipierte bereits kurz nach ihrem Amtsantritt die Tagung, weil sie aus Gesprächen mit Erziehern die Notwendigkeit erkannte: „Sie benötigen Handwerkszeug für Gespräche mit den Eltern, damit sie in schwierigen Situationen die Ruhe bewahren“, nennt sie ein Beispiel. Es gehe aber auch um den Abbau von Vorurteilen und den Erhalt von Wertschätzung gegenüber Familien, die ihr Leben anders gestalteten als die Erzieher selbst.

Welche Methoden gibt es für Elterngespräche? Wie gestalte ich einen Elternabend spannend? Wann setze ich Videografie bei Gesprächen mit Müttern und Vätern ein? Wie kann ich Eltern beteiligen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Workshops ebenso wie mit einem Perspektivwechsel, bei den Erzieher die Elternrolle übernahmen.

Wie eng verflochten Kind, Eltern und Erzieher sind, zeigte Andrea Wolf von der Paul-Gerhard-Kita aus Badenstedt in einem der zehn Workshops. Sie setzt seit Jahren auf die sogenannte Portfolio-Arbeit, bei der die Erzieher für ihren Schützling eine Mappe anlegen. „Darin sammeln sie alle Dinge, die dem Kind und die für das Kind wichtig sind“, sagte Wolf. Das könnten kleine Bilder ebenso wie Basteleien sein, Notizen über dessen Entwicklungsstand oder dokumentierte Beobachtungen. Für die Fachfrau bietet diese Form der Arbeit einen besonderen Vorteil: „Sie zeigt klar die Fortschritte des Jungen oder des Mädchens“, weiß sie aus Erfahrung. Denn noch zu oft schauten Eltern darauf, was ihr Nachwuchs noch nicht so gut beherrsche – obwohl der Sohn oder die Tochter möglicherweise über ganz andere Stärken verfüge. Daraus ergäben sich für das Kind neue Chancen, weil Eltern es anders wahrnähmen, aber auch gute Elemente für Elterngespräche: „Wir zeigen nicht auf Defizite“, bringt es Wolf auf den Punkt.

Für die Workshops hatte Meinig zum Teil externe Fachleute eingeladen, zum Teil aber auch zusätzlich qualifizierte Erzieher aus dem Kirchenkreis gewinnen können. „Das nimmt sicherlich Hemmungen“, ist die pädagogische Leiterin überzeugt. Sie zog nach der gut sechsstündigen Veranstaltung ein positives Fazit: „Die Diskussionen verliefen sehr munter, sie haben viel Erhellendes geboten.“ Und weil die Kita-Teams ihre Mitarbeiter in unterschiedliche Workshops geschickt hätten, wirke die Tagung noch länger in die Einrichtungen. Eine Fortsetzung indes wünscht sich nicht nur Meinig, sondern auch die Teilnehmer.

"Niemand soll Frust aufkommen lassen"

Die Arbeit mit Eltern sehen die Erzieher als Dialog an – wie aber sollen sich Mütter und Väter verhalten, wenn sie von sich aus das Gespräch mit den Kita-Beschäftigten suchen? „Ganz klar: Wenn es ein größeres Thema gibt, dann sollten sie mit den Erziehern einen Termin vereinbaren“, sagt Birgit Meinig, pädagogische Leiterin im Kirchenkreis Burgdorf. Denn die Fachkräfte könnten keine halbe Stunde für ein Einzelgespräch aufbringen, während sie gleichzeitig eine Kindergruppe betreuen müssten. Bei Nachfragen oder kurzen Abstimmungen sollten Eltern sich trauen, die Erzieher direkt zu kontaktieren. „Am besten eignet sich dafür die Zeit beim Abholen, weil morgens meist ein größerer Zeitdruck herrscht“, weiß Meinig aus Erfahrung. Sie empfiehlt Eltern, ihre Sorgen oder Bedenken, aber auch Kritik und Vorschläge zeitnah anzusprechen. „Niemand sollte Frust aufkommen lassen“, sagt sie. Denn mitunter beurteilten Erzieher, die eine ganze Gruppe im Blick behalten, eine Situation anders als Eltern, die sich allein auf ihr Kind konzentrierten.

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Fotostrecke Burgdorf: 130 Erzieher üben die Arbeit mit Eltern

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