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Schulen und Kitas sind Energiefresser

Burgdorf Schulen und Kitas sind Energiefresser

Schulen und Kindertagesstätten sind in Burgdorf die Spitzenreiter beim Wärmebedarf. Ihr Anteil am Verbrauch aller städtischen Liegenschaften lag 2015 bei rund 66 Prozent.

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Das Rathaus II am Stadtpark überschreitet sowohl beim Wärme- als auch beim Strombedarf die Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2009.

Quelle: Stefan Heinze ©

Burgdorf. Allein 60 Prozent, das entspricht 5,522 Millionen Kilowattstunden (kWh), wurden 2015 fürs Heizen der Schulgebäude benötigt. Beim Stromverbrauch lag der Anteil der Schulen im selben Jahr bei 32 Prozent. Das ist Platz zwei nach der Abwasseraufbereitung gewesen. Diese Zahlen nennt der aktuelle Energiebericht, den der Klimaschutzmanager David Rischbieter gemeinsam mit der Controlling- und der Umweltschutzabteilung der Stadt erstellt hat.

Dieser zweite Burgdorfer Energiebericht vergleicht den Strom-, Gas- und Heizölverbrauch der Jahre 2010 bis 2015 mit den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009. Das Ergebnis: „Im Wärmebereich halten trotz vieler denkmalgeschützter Gebäude rund 50 Prozent der Liegenschaften die EnEV 2009 ein.“ Beim Stromverbrauch ist das sogar in 60 Prozent der Gebäude der Fall.

Der Energiebericht listet jedes städtische Gebäude mit seinem Strom- und Wärmeverbrauch auf: Die Grenzwerte sowohl für Strom und Wärme überschreiten im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2015 das Gymnasium, die Waldschule in Ehlershausen, die Prinzhornschule, die Hauptschule und die Gudrun-Pausewang-Schule sowie die Kitas in der Weststadt und in Ehlershausen.Bei den Verwaltungsgebäuden, die einen Anteil von acht Prozent am städtischen Energieverbrauch haben, überschreitet nur das Rathaus II am Stadtpark beide Grenzwerte. Das historische Schloss und das Rathaus IV am Finanzamt liegen hingegen bei Strom und Wärme im grünen Bereich. Die Rathäuser I und III überschreiten den EnEV 2009-Grenzwert  bei der Wärme.

Zu den Großverbrauchern gehören mit 479 000 kWh Gas und 97 116 kWh Strom - das sind die Werte des Jahres 2015 - auch die Feuerwehrhäuser. Der Energiebericht kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass mehr als zwei Drittel aller Gerätehäuser die EnEV 2009-Vorgaben erfüllen. Aus der Reihe tanzt nur das Heeßeler Feuerwehrhaus, das bei Strom und Wärme über dem Grenzwert liegt.

Ein Stromfresser erster Güte ist die Abwasserbeseitigung – zumindest bislang gewesen. Auf 1,026 Millionen kWh summierte sich der Strombedarf 2015. Klimaschutzmanager Rischbieter geht davon aus, dass sich dies inzwischen grundlegend geändert hat. Seit Ende 2015 produziert die Burgdorfer Kläranlagen aus den Faulgasen ihren Strom selbst.

Auch für das Gymnasium erwartet Rischbieter künftig eine Verringerung des Energiebedarfs. Im Herbst 2016 ist dort ein Blockheizkraftwerk installiert worden, mit dem Strom und Wärme für den Schulkomplex erzeugt werden. Nicht zuletzt hat der Rat zudem für alle Schulen ein Energiesparmodell beschlossen. Es soll im nächsten Schuljahr anlaufen. Schüler wie Hausmeister werden im energiebewussten Umgang mit Licht, Gerätschaften und Heizung geschult.

Auch wenn der Energiebericht zu der Erkenntnis kommt, dass „die Auswertung der Daten zeigt, wie wichtig Maßnahmen zur Energieeinsparung sind“, wird die Stadt laut Bürgermeister Alfred Baxmann kein eigenes Klimaschutzprogramm auflegen: „Es fehlen uns die finanziellen und personellen Kapazitäten.“

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Auch die Prinzhornschule zählt zu den Energiefresser unter den städtischen Gebäuden.

Quelle: Stefan Heinze ©
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