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Kommunen geben Eis auf Teichen nicht frei

Burgdorf/Uetze Kommunen geben Eis auf Teichen nicht frei

Im zweistelligen Minusbereich liegen derzeit die nächtlichen Temperaturen - so werden kleinere Seen werden jetzt bereits von einer dünnen Eisdecke überzogen. Doch die Schicht trägt noch nicht.

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Vor dem Betreten der meist nur leicht zugefrorenen Gewässer warnen jetzt die Behörden.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Nach nur wenigen Tagen frostiger Temperaturen ist die Oberfläche des Stadtparkteichs in Burgdorf mit einer Eisschicht überzogen. Äste, leere Flaschen sowie anderer Unrat bleiben bereits auf dem Eis liegen - und das gaukelt vor allem Kindern eine falsche Sicherheit vor. Denn das Eislaufen wird auf der Fläche nicht möglich sein. „Wir geben den Stadtparkteich aus Haftungsgründen nicht frei“, sagt Sabine Vierke aus der Hauptabteilung der Stadt. Die Verwaltung habe zudem rund um das Gewässer mehrere Schilder aufgehängt, die das Betreten verbieten sollen. Weitere Gewässer in städtischer Regie gebe es nicht, sagt Vierke und fügt hinzu, dass die Verwaltung für private Seen oder Teiche keine Genehmigung erteilen könne.

Aus Sicht von Ute Kurtz, die am Dienstag mit ihrem Hund rund um den Teich spazierte, reichen die Verbotsschilder nicht aus. „Vielmehr sollten die vielen Spaziergänger und Gassigeher mit darauf achten, dass die Kinder vom nahen Rodelberg nicht übermütig werden und auf die dünne Eisdecke gehen“, wünscht sie sich. Das bedeute aber auch, dass die Erwachsenen nicht - wie sie es immer wieder beobachtet - an den Teich gehen und mit der Fußspitze prüfen, wie dick die Eisdecke sei. „Das verlockt doch zum Nachahmen“, sagt sie und fordert zugleich, dass Hundehalter ihre Tiere an der Leine behalten, damit auch diese nicht aufs Eis laufen. „Es geht ja nicht darum, dass die Hunde einbrechen können, sondern dass sie nicht immer gleich zurückkommen“, sagt sie. Dann neige so mancher Tierfreund zu Leichtsinn und wolle seinen Vierbeiner selbst wieder einfangen - auf eben zu dünnem Eis.

Erfahrungsgemäß locken die Spreewaldseen und der Irenensee, aber auch die Kiesteiche in der Gemeinde Uetze wie der in Obershagen bei eisigen Temperaturen, wie sie momentan nachts herrschen, die Schlittschuhläufer an. „Das sind alles Privatgrundstücke. Wir können keine Privatflächen freigeben“, stellt Rathaussprecher Andreas Fitz klar. Die Uetzer Verwaltung habe ohnehin nicht die personellen Kapazitäten, um ständig die Eisdecke auf ihre Tragfähigkeit zu messen, ergänzt der Stadtsprecher. Sollten die Eigentümer die Flächen freigeben, dann seien diese auch für die Verkehrssicherungspflicht und für die Haftung zuständig.

Auch Uetzes Gemeindebrandmeister Tobias Jacob warnt davor, nicht freigegebene Eisflächen zu betreten. „Man kann als Laie einfach nicht beurteilen, ob das Eis trägt“, gibt er zu bedenken. Die Tragfähigkeit der Eisdecke hänge von vielen Faktoren ab - zum Beispiel von der Fließgeschwindigkeit des Gewässers, der Sonneneinstrahlung, dem Schattenwurf umstehender Bäume und Sträucher sowie von Schnee auf der Fläche.

von Antje Bismark und Friedrich-Wilhelm Schiller

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