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Mehr Störche: Konkurrenz um Nester wächst

Burgdorf Mehr Störche: Konkurrenz um Nester wächst

Mit dem Nachwuchs in den Storchennestern ist es nicht zum Besten bestellt. Erst haben die früh geschlüpften Jungtiere unter der Kälte gelitten. Jetzt erschwert die Trockenheit die Futtersuche der Elterntiere. Zudem sorgt wachsende Konkurrenz um gute Neststandorte zusätzlich für Unruhe.

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Das Storchenpaar in Dachtmissen soll derzeit noch am Brüten sein.

Quelle: Bernd Mossmann

Burgdorf/Uetze. Im Burgdorfer Storchenest auf dem Turm der ehemaligen Konservenfabrik in der Aueniederung wird es in diesem Jahr voraussichtlich keinen Nachwuchs geben. Denn seit dem Himmelfahrtstag wurde das Männchen nicht mehr auf dem Nest gesehen.

Bernd Rose vom Naturschutzbund (Nabu) in Burgdorf vermutete zunächst, dass der Storch verschwunden ist, weil Unbekannte an dem Tag am Fuß des Turms Böller gezündet hatten.

Das muss laut Reinhard Löhmer, Storchenbeauftragter der Region Hannover, jedoch nicht der Grund sein, warum das Burgdorfer Nest verlassen ist. „Nach meinen Aufzeichnungen war das Paar am 11. April ganz sicher am Brüten“, schreibt er Rose. Geschlüpft sein dürften die Jungstörche laut Löhmer Ende April/Anfang Mai und damit in einer Phase ungünstiger Wetterbedingungen. „Die Nachttemperaturen lagen nahe Null, dazu war es streckenweise recht feucht – beides keine günstigen Voraussetzungen für die Aufzucht.“ Das habe bei einigen Frühbrütern in der Region zu Totalverlusten geführt. Das kann laut Löhmer auch der Grund sein, warum der Burgdorfer Horst verlassen ist.

Die Elterntiere, deren Nachwuchs später geschlüpft ist, haben ein anderes Problem. „Wenn die Jungtiere schlüpfen, sind sie so groß wie Spatzen und können nur weiche Nahrung wie Regenwürmer und Schnecken aufnehmen“, sagt Rose. Doch sobald es warm und vor allem so trocken ist wie seit mehr als zehn Tagen, finden die Eltern dieses Futter nicht.“

Die Störche haben sich laut Rose in Deutschland in den vergangenen Jahren gut entwickelt, das liege vor allem an der besseren Betreuung der Tiere als noch vor 20, 30 Jahren. Die Kehrseite der Medaille: „Je mehr Störche, desto höher der Konkurrenzdruck.“

Noch immer zögen Trupps junger Männchen durchs Land, um sich einen Horst zu erobern. „Gewinnt der Neue den Kampf um einen Neststandort, schmeißt er die alten Eier raus, um mit dem Weibchen neu zu brüten.“ Allerdings sei das Jahr für eine neue, erfolgreiche Aufzucht bereits zu weit fortgeschritten. Auch wenn der Altstorch gewinnt, könne die Brut während des Kampfes verloren gehen, erklärt Rose.

Um den Konkurrenzdruck zu verringern, versucht der Nabu mehr Nester bereitzustellen. „Unsere Möglichkeiten sind aber beschränkt, weil das Nahrungsangebot am neuen Standort ausreichend sein muss“, sagt Rose.

Laut Löhmer wird im Dachtmisser Storchennest noch gebrütet. Ebenso sollen die Nester in Dedenhausen, Steinwedel, Hänigsen, Immensen und Arpke - hier gibt es offenbar vier Jungstörche - besetzt sein. Das Paar in Dedenhausen habe die stabilste Gemeinschaft, sagt Löhmer.

Viel Trubel gebe es hingegen im Hänigser Horst. Das alte Männchen habe wohl inzwischen das dritte Weibchen. Es brütet noch, die Jungen werden wohl Anfang Juni schlüpfen. Dieses Weibchen hatte zunächst mit dem Storchenmännchen in Obershagen angebändelt. Das ist nun allein und damit fällt die Aufzucht an diesem Standort vermutlich flach.

In die Nester in Uetze und in Dollbergen sind erst gar keine Störche eingezogen. Gerade das Dollberger Nest im feuchten Fuhsetal biete gute Aufzuchtmöglichkeiten, deshalb sei es für ihn unverständlich, warum es von den Störchen nicht angenommen werde, sagt Löhmer. Am Abbenser Storch etwa drei Kilometer Luftlinie entfernt könne es eigentlich nicht liegen. "Denn es gibt bereits viele Orte, an denen Störche es tolerieren, wenn in der Nähe einer anderer Artgenossen brütet."

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