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Kritik an mobiler Jugendhilfe

Burgdorf Kritik an mobiler Jugendhilfe

Obwohl die mobile Jugendhilfe ihr Büro in der Grund- und Hauptschule I hat, erreicht die Mitarbeiterin die Jugendlichen offenbar nicht ausreichend. Im Jugendhilfeausschuss war die Rede von Alkoholexzessen, Randalen und Schlägereien.

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Tagsüber spielen die Schüler auf dem Pausenhof, abends sorgen Jugendliche zunehmend für Ärger.

Quelle: Bismark

Burgdorf. „Die Wochenenden sind dramatisch“, sagte Jutta Goldbach vom Kinderschutzbund (KSB), dessen Büro sich ebenfalls auf dem Gelände befindet. Es gehe nicht nur um die Partys und deren Hinterlassenschaften, die sich anschließend auf dem Schulhof finden lassen, sondern auch um handfeste Auseinandersetzungen. Erst am Freitag habe sich dort wieder ein „regelrechtes Eifersuchtsdrama“ abgespielt, ergänzte KSB-Projektmanagerin Annegret Lange-Kreutzfeldt.

Ihren Aussagen zufolge waren sich zwei halbwüchsige Mädchen im wahrsten Sinne des Wortes in die Haare geraten, eine habe die andere sogar auf die Straße geschubst. Mitarbeiterinnen des KSB hätten die Situation mitbekommen und versucht zu schlichten. Die städtische Sozialarbeiterin hatte nach Kenntnis des Jugendamtsleiters Jörg Niemann trotz der ausgeweiteten Öffnungszeiten des Büros nichts von dem Vorfall mitbekommen. „Die mobile Jugendhilfe muss reagieren“, forderte SPD-Ausschussmitglied Michael Rheinhardt. Schließlich sei die Stelle extra für solche Situationen geschaffen worden. Grenzen aufzeigen sei das eine. „Wenn man eine vernünftige Lösung will, muss man mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen.“ Da sei es durchaus zumutbar, auch zu später Stunde tätig zu werden.

Die jungen Leute via Gespräch zu erreichen sei auf alle Fälle möglich, sagte Lange-Kreutzfeldt: „Die Bindung ist entscheidend. Die gehen dahin, wo sie wissen: Hier hört mir jemand zu. Es wäre sicherlich gut, wenn es eine aufsuchende Hilfe ist.“ Maria Leykum (Grüne) befürwortete ausdrücklich, die Zusammenarbeit zwischen mobiler Jugendhilfe und KSB zu intensivieren. Die Politiker streben zudem an, das Angebot im Jugendhilfebüro attraktiver zu gestalten und Gespräche mit der Gemeinde Uetze zu führen, weil einige Jugendliche von dort stammen. Zudem könne die Stadt Kontakt mit einer Universität aufnehmen, die soziale Studiengänge anbiete, um das Problem konzeptionell anzugehen.

von Sandra Köhler

Ein Kommentar von Antje Bismark

Miteinander reden statt übereinander: Einmal mehr fasst diese schlichte Forderung die Aufgabe zusammen, der sich nun Jugendpflege, Kommunalpolitik, Verwaltung und Polizei stellen müssen. Denn es nützt überhaupt nichts, den Mädchen und Jungen den Treffpunkt auf dem Schulhof zu verwehren, wenn ihnen keine Alternative geboten wird. Damit würde sich das Problem nur an eine andere Stelle verlagern. Die Jugendlichen benötigen neben einem festen Ansprechpartner und klaren Regeln mit Konsequenzen auch die Chance, ihren Treffpunkt mitzugestalten und dafür die Verantwortung zu übernehmen. Das gelingt nicht von einem auf den anderen Tag und sicherlich nicht ohne Rückschläge. Es gelingt aber nur dann, wenn die Akteure aus Rat und Verwaltung mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen – und das möglichst schnell.

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