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Marleys Aufgabe: Spielen und Aufpassen

Burgdorf Marleys Aufgabe: Spielen und Aufpassen

Die Meldungen häufen sich: Immer wieder müssen Einsatzkräfte nach Senioren suchen, die aus eigener Kraft nicht mehr nach Hause zurückfinden und von Angehörigen oder Betreuern als vermisst gemeldet werden. Ein Seniorenheim in Dachtmissen will demnächst einen Hund als Aufpasser einsetzen.

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Meike Jarosz (rechts) bildet Marley zum Rettungshund aus - unterstützt von ihrer Chefin Bettina Bertram.

Quelle: Bismark

Dachtmissen. In der Seniorenresidenz Bertram und in der ambulanten Pflege bespaßt derzeit der neun Monate alte Marley mit Bravour die betagten Bewohner. Doch das ist nicht seine wichtigste Aufgabe. Denn dank einer besonderen Ausbildung "arbeitet" der Rüde in zwei Jahren auch als Rettungshund. Bis dahin wird der braune Labrador gelernt haben, vermisste Menschen aufzuspüren und seine Besitzerin Meike Jarosz mit lautem Bellen zum Fundort zu lotsen.

"Wir stehen dabei noch ganz am Anfang", sagt Jarosz, im Hauptberuf als ambulante Pflegedienstleiterin bei Bettina Bertram angestellt. Beide Frauen können sich ein Leben ohne Hund gar nicht vorstellen. "Über Jahrzehnte hatten wir Hunde, die zum Teil auch schon zu den Senioren mitgegangen sind", berichtet Bertram und fügt hinzu, neue Bewohner dürften ihre Hunde, Katzen, Wellensittiche oder Goldfische auch gern mitbringen. "Die Tiere weggeben zu müssen, ist für alle eine Quälerei", sagt sie.

Und so entstand langsam die Idee, einen Hund für die Bewohner auszubilden. "Vor allem Demenzerkrankte genießen es, wenn sie Marley füttern oder streicheln dürfen", hat Jarosz beobachtet. Wenn die Finger, die sich sonst nicht öffnen, sich spreizen, damit möglichst viel Hautfläche das Fell berührt, beginnen mitunter auch jene Hochbetagte zu reden, die sonst eher schweigen. "Wir arbeiten stark biografieorientiert, da helfen solche Momente sehr", sagt Bertram.

Mit wenigen Monaten schon nahm Marley seinen ersten Job auf: die Bewohner zu bespaßen. Den füllt er mit großer Begeisterung aus, vor allem wenn die Senioren ihm ein Spielzeug zum Apportieren werfen. "Da muss man mitunter ganz schnell in Deckung gehen", sagt Jarosz. Marley hole jeden Gegenstand zurück und wisse auch genau, dass er auf die nicht mehr so standfesten Werfer nicht zurennen dürfe.

Liegt dieser Teil des Tages hinter dem braunen Labrador, dann kommt eine Pause - ehe seine Ausbildung weitergeht. "Er ist ein Arbeitstier und möchte gefordert werden", betont Jarosz, die mit ihm neben der Hundeschule auch die Ausbildung als Rettungshund bei den Johannitern absolviert. Drei Jahre lernt er unter anderem ohne Angst durch Tunnel zu kriechen, ohne Höhenangst über Leitern zu klettern oder bei Lärm nicht davon zu laufen. Er muss im Juni einen Eignungstest bestehen, im September die Prüfung zum Begleithund und im nächsten Jahr zum Rettungshund.

Das Ziel der Ausbildung lautet, auf Befehl einen Menschen suchen. Und damit schließt sich für Bertram und Jarosz der Kreis zu den Demenzerkrankten, für die Marley nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern möglicherweise einmal ein Lebensretter ist.

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