Mit dem Landeszuschuss dürfte der Haushalt der Musikschule kaum zu sanieren sein. Pro Kind und Jahr stehen keine 3,50 Euro zur Verfügung.
Das Land habe die Musikausbildung vernachlässigt – Niedersachsen sei im Bereich Musik Brachland, was die Breitenarbeit angehe, sagt Musikschulleiter Eberhard Ladewig zu den Plänen, Kindern früh einen Zugang zur Musik zu ermöglichen. Von den 500.000 Euro, die das Land in der ersten Stufe für das Schuljahr 2009/10 landesweit für das Programm in Kindergärten bereitstellt, entfallen auf die Musikschule gemäß der Zahl der infrage kommenden Kinder im Alter von drei und vier Jahren (2090) 7200 Euro. „Von dem Zuschuss haben wir finanziell nichts, nur mehr Arbeit“, sagt Ladewig, will aber einen langfristigen Werbeeffekt für die von den vier Kommunen Burgdorf, Lehrte, Sehnde, Uetze getragene Musikschule nicht ausschließen: „Dafür wollen wir das gern tun.“
Von seinem Vorstand hat Ladewig grünes Licht für den Einstieg, allerdings darf das Projekt die beteiligten Kommunen und auch die Musikschule nichts zusätzlich kosten. Deshalb müsse man auf Sponsorengeld hoffen und letztlich die Eltern zur Kasse bitten, um die vom Land bezuschussten neun Jahreswochenstunden finanzieren zu können. „Es gibt noch viel zu tun“, sagt Ladewig zur Ausgestaltung des Projekts. Mit den für Kindergärten Verantwortlichen in den vier Kommunen soll demnächst besprochen werden, wie man die neun Wochenstunden aufteilt: „Wir können nicht jeden der mehr als 60 Kindergärten beglücken.“ Der Musikschulvorstand vertrete die Linie, dass man mit neue n Kindergärten beginnen sollte. Diese sollen dann einmal die Woche Besuch von einer Kraft der Musikschule bekommen, die die Musikerziehung im Kindergarten unterstützt. „Wir werden Teil des Kindergartenbetriebes“, sagt Ladewig. Auf seine Kollegen werde nicht nur viel Fahrerei zukommen, sondern es gebe auch viel Abstimmungsdarf mit dem Kindergartenpersonal.
Von der Zusammenarbeit mit den Schulen – geplant ist der Instrumentalunterricht bis zur siebten Klasse – rede man derzeit noch gar nicht, die werde ab 2010/11 noch mehr Arbeit bringen. Dabei fehle es aktuell an Personal, denn die Musikhochschule bilde eher Musiker für Einzelunterricht aus. Er aber brauche dann Kollegen, die mit einer Kindergartengruppe umgehen und vor der Klasse unterrichten können. Für die Kindergartenarbeit würden später sicher zwei weitere Vollzeitkräfte benötigt, sagt der Leiter der Musikschule, die zurzeit 35 Lehrkräfte beschäftigt. Zusammen mit den Schulen würden möglicherweise bis zu zehn neue Lehrkräfte nötig.
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