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Landwirte aus der Region nehmen an Demo teil

Burgdorf/Uetze/Lehrte/Sehnde Landwirte aus der Region nehmen an Demo teil

Hunderte Landwirte machen sich am Freitag, 18. September, auf den Weg, um in Hannover gegen die Agrarpolitik der niedersächsischen Landesregierung zu protestieren. Mit dabei sind auch zahlreiche Bauern aus Burgdorf, Uetze, Lehrte und Sehnde.

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Auf dem Hof Schweer bereiten Landwirt Cord-Heinrich Schweer (von rechts), Mitarbeiter Karsten Moseler und Auszubildender Florian Grages den Trecker für die heutige Demonstration in Hannover vor.

Quelle: Böger

Burgdorf. Die Bauern fordern von Minister Christian Meyer (Grüne), dass er den Dialog mit der Landwirtschaft sucht und nicht die Konfrontation. Die niedersächsischen Landwirte kritisieren, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die zahlreichen Restriktionen, die der niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seit seinem Amtsantritt 2013 auf den Weg gebracht hat, verloren ginge. Niedersachsen weist im Vergleich der Bundesländer bislang die höchste Wertschöpfung bei der Agrarproduktion auf.

„Doch Herr Meyer ist auf dem besten Weg, das Agrarland Nummer eins in einen Heile-Welt-Streichelzoo zu verwandeln“, kritisiert der Burgdorfer Landwirt Cord-Heinrich Schweer. Dabei lasse der Minister außer Acht, dass die Landwirtschaft der Motor der ländlichen Regionen sei. „Wenn es der Landwirtschaft in einer Region gut geht, dann geht es auch den vor- und nachgelagerten Gewerbebetrieben gut“, sagt Schweer, der heute mit seinem Mitarbeiter, seinem Auszubildenden und seiner Praktikantin in Hannover demonstriert.

Meyers Vorstellung, preisgünstige Nahrungsmittel - am besten noch in Bioqualität - auf kleinen Höfen zu produzieren, passe so gar nicht zur Realität, sagt Schweer. „Was jeder für sich in Anspruch nimmt, Urlaub und Zeit für die Familie, sollte man auch den Landwirten zugestehen“, fordert der Familienvater. „Das funktioniert jedoch nicht ohne den Einsatz eines Mitarbeiters. Diesen wiederum kann sich ein Betrieb nur leisten, wenn er wirtschaftlich arbeitet.“

Landvolkpräsident Werner Hilse kritisiert vor allem eine Rufschädigung des bäuerlichen Berufsstandes. Statt gemeinsam im Dialog Wege zu finden, die den Betrieben und Hofnachfolgern echte Zukunftsperspektiven eröffnen, suche Meyer die Konfrontation und rücke „Niedersachsens Landwirte zu Unrecht in ein schlechtes Bild“, sagt Hilse.

„Wir haben es oft genug mit Dialogangeboten an Herrn Meyer versucht. Doch unser Eindruck ist, dass der Minister nur noch Politik mit Pressemitteilungen macht“, schildert Holger Hennies, Bauer und Kreislandvolkvorsitzender aus Schwüblingsen, die verfahrene Situation. Ihre Forderung unter dem Titel „Perspektiven statt Agrarwende“ wollen die Bauern heute mit einem Protestzug durch die Innenstadt und einer Kundgebung am Steintor unterstreichen.

Ein blauer Brief für den Minister

Am Donnerstag haben Cord-Heinrich Schweer und seine Mitarbeiter den Trecker für die Demonstration mit selbst gefertigten Plakaten vorbereitet. Mitarbeiter Karsten Moseler reiht sich mit dem Fahrzeug in den Demonstrationszug durch Hannover ein. Die Landwirte aus dem Osten der Region treffen sich zunächst um etwa 10 Uhr am Ortsrand von Höver mit Kollegen aus Braunschweig und dem Landkreis Gifhorn. Gemeinsam fahren die Traktoren dann im Konvoi zum Stadion. „Wir dürfen nur mit 100 Traktoren in die Stadt. Mehr wurden nicht genehmigt, um kein Verkehrschaos zu verursachen“, sagt Kreislandvolkvorsitzender Holger Hennies. Deshalb reisen viele Landwirte mit dem Zug an. Sie gehen dann zu Fuß vom Hauptbahnhof zum Stadion. Dort formiert sich der Protestzug, der um 11 Uhr Richtung Innenstadt starten soll – vorbei an Christian Meyers Ministerium. „Dort geben wir einen blauen Brief ab“, sagt Hennies. Das Ziel der Demonstranten ist das Steintor, wo eine Abschlusskundgebung geplant ist.

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Protestzug mit Treckern

Besucher der Innenstadt müssen Freitag zwischen 11 und 15 Uhr wegen einer Großdemonstration mit erheblichen Behinderungen rechnen. Rund 2000 Bauern und deren Angehörige wollen in der City gegen die von der rot-grünen Landesregierung angestrebten Agrarwende demonstrieren.

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