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Landwirtschaft im Wandel: Alte Fahrzeuge

Burgdorf Landwirtschaft im Wandel: Alte Fahrzeuge

Das Stadtmuseum lädt ab Sonnabend zu einer Zeitreise ein. Die Freunde historischer Fahrzeuge aus Immensen lassen dort die Landwirtschaft, wie sie vor mehr als 60 Jahren auf den Höfen praktiziert wurde, wiedererstehen.

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Joachim Haake (von links), Klaus Popp und Ulrich Schulz laden vor dem Stadtmuseum gemeinsam mit Treckerfahrer Hartwig Brandes die historischen Geräte - hier ein Fahrschlegelmähwerk - von einem Anhänger ab.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Damals waren Ackerbau und Viehzucht mit harter körperlicher Arbeit verbunden. Jede Menge Muskelkraft wird auch für den Aufbau der Ausstellung „Als die Trecker die Pferde ablösten“ gebraucht. Um die historischen Gerätschaften und Maschinen in den Fachwerkbau an der Schmiedestraße zu schaffen, müssen Ulrich Schulz, Joachim Haake und ihre Mitstreiter kräftig anpacken. Pflug um Pflug tragen sie über die schmale Treppe ins Obergeschoss. Etwas leichter sind da schon die Milchkannen und die Melkgeschirre: Mit diesen Exponaten wird im kleinen Nebenraum im Erdgeschoss eine Milchkammer ausgestattet.

Die Schwergewichter unter den originalgetreu restaurierten Exponaten stellen die Männer im Erdgeschoss auf: darunter ein Motorwagen, ein stationärer Stiftendrescher, eine Kartoffelsortiermaschine und ein mehr als 80 Jahre alter Deutz-Trecker. „Alle Maschinen sind so weit hergestellt, dass man damit arbeiten könnte“, sagt Haake. Diese Funktionsfähigkeit wollen die Ausstellungsmacher voraussichtlich an einem Aktionswochenende vorführen.

Haake hat viele der historischen Geräte mit acht Schülern des Schulzentrums Lehrte-Süd restauriert, seit drei Jahren besteht eine entsprechende AG. „Unser Ziel ist es, so viel wie möglich zu erhalten und so wenig wie möglich durch neue Teile zu ersetzen“, erläutert der Lehrer: „Man soll den Geräten ihre Geschichte ansehen.“

Ausstellung

„Als die Trecker die Pferde ablösten“

Die Ausstellung wird am Sonnabend um 14 Uhr eröffnet. Zum Auftakt führt Ulrich Schulz die Besucher durchs Museum. Die Exponate sind bis zum 26. Januar sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Führungen können beim VVV unter Telefon (0 51 36) 18 62 vereinbart werden.

Die Rübenernte damals und heute

Als Friedrich Schweer 1960 den Bauernhof in Hülptingsen übernahm, gab es dort noch Kühe, Schweine und Geflügel, aber auch schon einen Trecker und einen gezogenen Mähdrescher. 1938 habe sein Vater den ersten Traktor gekauft, erinnert sich Friedrich Schweer. „Doch bis 1974 sind wir mit dem Pferdewagen noch zum Melken auf die Weide gefahren.“ Heute bewirtschaftet sein Sohn Cord-Heinrich Schweer den Hof als reinen Ackerbaubetrieb. Statt 60 Hektar wie sein Vater hat er 130 Hektar, ein Großteil gepachtet, unter dem Pflug. „Pachtland gab es erst, als die Hälfte der Bauern aufgehört hatte“, sagt Schweer junior.

Früher bewirtschafteten die Bauern nur eigenes Land. Am Zuckerrübenanbau lässt sich die technische Entwicklung gut ablesen. „Damals war alles Handarbeit“, erzählt Friedrich Schweer. Nach der Aussaat mussten die jungen Pflanzen vereinzelt, Unkraut musste mit der Hand gehackt werden. Die Ernte begann mit dem Köpfen der Rübenblätter, erst mit Schippe, später mit Schlitten. Die Blätter wurden abgefahren, die Rüben mit Pferden ausgepflügt, per Hand auf Haufen geworfen und aufgeladen. Als der einreihige Rübenroder entwickelt war, konnten am Tag 1,5 Hektar Rüben geerntet werden. Die heutigen Hightech-Maschinen schaffen die gleiche Fläche in zwei Stunden, sagt Cord Schweer: „Man kann aber nicht sagen, dass mein Arbeitstag kürzer geworden ist. Die Anforderungen an Organisation, Dokumentation und Flexibilität haben stark zugenommen.“

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