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Magistrat verkaufte einst das Rathaus

Burgdorf Magistrat verkaufte einst das Rathaus

Häuser geben einer Stadt wie Burgdorf ein Gesicht, das sich im Laufe der Jahre an der einen oder anderen Stelle sichtbar verändert. In loser Folge zeichnet die HAZ mit Stadtansichten von damals und heute diesen Wandel nach.

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1974 hatten Burgdorfer einen freien Blick vom Spittaplatz auf das Rathaus. Wo heute die Fußgängerzone ist, durften damals Autos parken. Heinze

Quelle: Stefan Heinze

Burgdorf. So viel hat sich zwischen den Ansichten des Rathauses I an der Marktstraße 55 vom Jahr 1974 und von heute nicht verändert. Aber der damals noch freie Blick auf das zentrale Gebäude der Stadt vom Spittaplatz aus wird sofort deutlich und auch die Veränderungen durch den Stadtstraßenumbau in unserer Zeit. Seine bewegte Geschichte kann man dem Fachwerkhaus jedoch nicht ansehen. Der Stadtbrand von 1809 hatte das Vorgängergebäude dem Erdboden gleich gemacht. 1816 wurde auf dem erhaltenen gebliebenen Kellergewölbe, das im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzkeller diente, ein neues Rathaus errichtet - zunächst mit Walmdach.

Doch der damalige Magistrat der Stadt Burgdorf nutzte nur die Rats- und Polizeistube, zwei Räume im Erdgeschoss. Der Bürgermeister, der Kämmerer und die Senatoren übten ihre Amtsgeschäfte von daheim aus. 1868 verkaufte der Magistrat das Haus an den Restaurateur Wilkens, blieb zunächst Mieter, räumte aber 1909 die Rats- und Polizeistube.

Dass das Fachwerkhaus heute wieder von der Stadt genutzt werden kann, machte der Rückkauf im Jahr 1920 möglich. Seither waren dort das Finanzamt, die Verwaltung des städtischen Elektrizitätswerks, die Kreisberufsschule, die Volksbücherei und das Arbeitsamt ansässig. Bei Umbauten erhielt das Haus 1950 das bis heute charakteristische Satteldach. 1951 zog die Stadtverwaltung wieder ein. Das Erscheinungsbild zur Marktstraße hin wird bis heute durch den von dem heimischen Bildhauer Georg Hildebrandt mit Holzschnitzwerk gestalteten Erker im ersten Obergeschoss geprägt.

Von Stefan Heinze

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