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Gross' Abgang sorgt für ein Nachbeben

Burgdorf Gross' Abgang sorgt für ein Nachbeben

Die Umgangsformen im Rat lassen bisweilen zu Wünschen übrig und sorgen bei Beteiligten wie Beobachtern schon einmal für Irritationen. Der aus genau diesen Gründen erklärte Mandatsverzicht der Ratsfrau Christine Gross (Linke) sorgte in der jüngsten Ratsitzung am Donnerstagabend für ein Nachbeben.

Burgdorf. Gleich zwei Ratsfrauen schieden an diesem Abend aus dem Rat aus: Neben Gross auch die Grüne Sinja Münzberg-Jesche, die in die Regionsversammlung nachgerückt ist und nun dort die Interessen Burgdorfs vertreten will. Das Mandat für die Linken übernimmt der Gymnasiast Niklas Gottschalk, bei den Grünen rückt Anne Frick nach.

Weil Gross in ihrer auch über Facebook verbreiteten Rücktrittserklärung weiten Teilen des Rates eine miserable Kinderstube attestiert und harsche Vorwürfe erhoben hatte, hatte die AfD-Fraktion eine Aktuelle Stunde beantragt. AfD-Frontfrau Christiane Wichmann zog allerdings in der Ratssitzung den Wunsch nach einer Aussprache zurück, weil Gross nach ihrem Ausscheiden nicht mehr hätte mitreden dürfen.

Zu einer Debatte freilich kam es gleichwohl. Denn Gross erklärte, sie stehe zu ihrer Rücktrittserklärung und habe nichts zurückzunehmen. Der häufig raue und manchmal sogar ehrverletzende Umgangston in den Ratsgremien sei der den Mandatsträgern übertragenen Aufgabe nicht würdig. Besonders von der CDU habe sie sich als Linke oftmals wie ein Schmuddelkind behandelt gefühlt. Sie habe nicht das dicke Fell, das zu ertragen, und ziehe sich deshalb aus der Kommunalpolitik zurück.

Der Ratsvorsitzende Armin Pollehn, der auch in dieser fast vierstündigen Sitzung stellenweise alle Mühe hatte, für einen gesitteten Diskussionsverlauf zu sorgen, bedauerte Gross’ Schritt. „Aus Ihren Worten spricht Enttäuschung und Verletzung. Allerdings haben Ihre Äußerungen bei anderen im Rat das Gleiche verursacht.“

AfD-Fraktionsvorsitzende Wichmann gab vor, das Vorgehen der Linken nachvollziehen zu können. Sie riet dem Rat, sich selbst zu reflektieren. Namentlich den SPD-Ratsherrn, Vizebürgermeister und Pastor Matthias Paul fragte sie, warum dieser zu Gross’ Erklärung nichts zu sagen habe.

Bürgermeister Alfred Baxmann wollte an der Diskussionskultur im Rat nichts Ungewöhnliches erkennen: „Hier ringt und streitet man um die beste Lösung. Ohne Streit sind wir eine gelähmte Gesellschaft. Bessere Argumente und Mehrheiten setzen sich durch.“

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