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Marga Heidrich feiert ihren 100. Geburtstag

Burgdorf Marga Heidrich feiert ihren 100. Geburtstag

Die Familie, der Garten, die Freunde - von den Erinnerungen an Menschen und Begegnungen, an das Arbeiten im Garten und den Aufenthalt in der Natur zehrt Marga Heidrich vor allem, wenn sie auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblickt: Am Sonntag, 23. April, wird sie 100 Jahre alt.

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Mit ihrer Familie feiert Marga Heidrich am Sonntag ihren 100. Geburtstag in Dachtmissen.

Quelle: privat

Dachtmissen. Die Erinnerungen an ihre ersten Jahre sind mit zwei Orten verbunden: dem kleinen Dörfchen Gladebeck und dem hannoverschen Stadtteil Linden. Im ersteren lebten ihre Großeltern, zu denen Marga Heidrich stets einen engen Kontakt pflegte. In der großen Stadt hingegen wohnten ihre Eltern, und dort absolvierte die 1917 geborene Margarete auch die Mittelschule. "Aber erst zum Ende hin", erzählt die Jubilarin. "Zwischendrin bin ich nach Gladebeck gewechselt, weil ich großes Heimweh zu den Großeltern hatte."

Nach der Schule absolvierte Marga Heidrich eine Ausbildung als Stenotypistin und erhielt, darauf ist sie heute noch hörbar stolz, auch sofort eine Stelle in der Firma Dannenberg & Heidrich in Ricklingen - eine kleine Firma, die mit Mineralstoffen, Ölen, Fetten und Seifen handelte, wie ihr Sohn Dietmar Heidrich erzählt.

Dort lernte seine Mutter den Sohn des Inhabers, Paul Heidrich, kennen. Beide verliebte sich ineinander und am 1. September 1939, dem Tag des Kriegsausbruchs, heirateten sie in Hannover. "Drei Tage später musste er in den Krieg", erzählt Marga Heidrich, die seit gut einem Jahr im Seniorenheim in Dachtmissen lebt. Zum Ende des Krieges erlitt Paul Heidrich eine Verletzung, mit einem der letzten Schiffe kam er von der Halbinsel Hela nach Skandinavien und später nach Deutschland.

Marga Heidrich verbrachte zunehmend mehr Zeit in Gladebeck, nachdem sie in der Bödekerstraße in Hannover zweimal ausgebombt worden war. Nach Gladebeck kehrte auch ihr Mann zurück, gekennzeichnet von den Kriegserfahrungen und seinen Wunden. Doch bereits nach kurzer Zeit veränderte sich das Leben der Familie mit den beiden Söhnen Lothar und Dietmar dramatisch: Bei der Explosion eines Kessel kam der Firmeninhaber Heidrich ums Leben, sein Sohn Paul musste in Ricklingen den elterlichen Betrieb übernehmen.

"Für uns Kinder war es dort das Paradies", sagt Dietmar Heidrich: Weder der Ricklinger noch der Tönniesbergkreisel hätten das Spiel in der freien Natur gestört. "Unsere Mutter hat sich liebevoll um uns und um die Schwiegermutter gekümmert, die den Schicksalsschlag der Explosion nie richtig überwunden hatte", erinnert er sich. Haushalt, Erziehung, Garten, Organisatorin des Unternehmens im Hintergrund: Langeweile gab es in jenen Jahren für Marga Heidrich nicht. "Und dann hat sie uns noch geholfen, alle möglichen Tiere aufzuziehen", sagt der Sohn.

Tiere und Pflanzen prägten das Leben seiner Mutter, mehr aber noch die Familie mit den drei Enkelkindern Karsten, Andreas und Natascha sowie den Urenkelinnen Sabrina und Alicia. Die beiden betreute Marga Heidrich, die mit ihrem Mann in den Siebziger Jahren in Sorgensen ein Haus gebaut hatte. Nach dessen Tod zog Enkelsohn Karsten mit seiner Familie ein, das Mehrgenerationenwohnen funktionierte über Jahre sehr gut.

Nun aber plagen die Seniorin einige Gebrechen, so dass sie ins Seniorenheim umziehen musste. Dass sie von ihrem Zimmer in Dachtmissen aus schnell ins Grüne kommt und Pferde auf der benachbarten Weide beobachten kann, entschädigt fürs Alter und die Einschränkungen. Nur für eines nicht: "Von meinen Freunden lebt keiner mehr", sagt Marga Heidrich. Immerhin: Zur Feier am Sonntag kommen die gesamte Familie und Verwandte aus Gladebeck zu Besuch.

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