Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Betrüger ergaunern sich Mietbagger

Burgdorf Betrüger ergaunern sich Mietbagger

Es war gewerbsmäßiger Betrug und Urkundenfälschung, und das gleich in mehreren Fällen: Das Amtsgericht Burgdorf hat jetzt einen Deutschpolen zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Er hatte Baugeräte angemietet und gewinnbringend ins Nachbarland verschoben.

Voriger Artikel
Radfahrerin verletzt sich bei Unfall
Nächster Artikel
SPD-Kandidat: Polizei sucht 
nach Hacker

Einen solchen Minibagger, die einen Wert von bis zu 25.000 Euro hat, mietete ein Deutschpole in Burgdorf an, um ihn dann nach Polen zu verkaufen.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Am Ende hat sich das kriminelle Geschäftsmodell nicht ausgezahlt für den Mann, den zwei Wachtmeister an Hand- und Fußfesseln hinauf in den zweiten Stock in den Gerichtssaal 25 im altehrwürdigen Amtsgericht am Spittaplatz führten, wo ihm diese Woche der Prozess gemacht wurde. Das Urteil, das Amtsrichterin Stephanie Rohe und ihre beiden Schöffen fällten, trennt den Mann nun für viele Monate von seiner Familie. Denn die Lebensgefährtin, der zweieinhalb Jahre alte Sohn und die elfjährige Tochter leben in Polen.

Zuletzt hatte auch der Angeklagte dort gelebt, hatte sich als Bauarbeiter und Gabelstaplerfahrer mit einem Monatsverdienst von 500 Euro über Wasser gehalten. Bis er in Auslieferungshaft genommen und nach Deutschland überführt wurde.

Der überschaubare Verdienst in Polen hatte ihn im Jahr 2013 auf krumme Gedanken gebracht. "Ich habe mir nicht viel gedacht", sagte der Angeklagte im Prozess. In Burgdorf mietete er mit einem Komplizen zwei Baumaschinen, die er vorgeblich für eine Baustelle in Hannover benötigte. Tags drauf versuchte er, auch noch einen Minibagger zu mieten. Die Rüttelplatte und der Hydraulikhammer verschwanden auf Nimmerwiedersehen ins Nachbarland, wohin auch der Bagger verkauft werden sollte. Nach dem gleichen Muster ging der Angeklagte noch zwei weitere Male in Potsdam vor. Die Mietfirmen hatte er sich im Internet ausgeguckt. An jedem Deal verdiente er 2500 Euro.

Die Masche flog auf, weil der Vermieter wegen unstimmiger Angaben zur angeblichen Baustelle misstrauisch wurde. Der Geschäftsmann fuhr nach Hannover, fand an der angegebenen Adresse keine Baustelle und informierte die Polizei. Diese legte sich auf die Lauer, observierte die Täter, nahm sie dann in Hannover fest und fand hinreichende Beweise, nachdem sie die Handydaten des Angeklagten ausgewertet hatte.

Weil sich der Mann mit diesem Geschäftsmodell den Lebensunterhalt zu verdienen versucht hatte, war die Sache für das Gericht klar: Es handelte sich um gewerbsmäßigen Betrug. Und weil die Maschinen mit einem Fahrzeug transportiert wurden, an das zuvor gestohlene Kennzeichen angebracht worden waren, kam noch Urkundenfälschung dazu. Aus diesen Taten und einem vorangegangenen Urteil bildete das Gericht eine Gesamtstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden konnte.

Gestraft ist auch der Burgdorfer Baumaschinenvermieter. Dessen Versicherung hat den Schaden zwar reguliert. Auf seinen Kosten für die Selbstbeteiligung, für die nach dem Schadensfall heraufgesetzte Versicherungsprämie sowie von der Polizei versehentlich nicht beschlagnahmtes Zubehör für den Bagger blieb er sitzen. Im Zeugenstand bezifferte der Unternehmer seinen Schaden mit 2530 Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6slqweqsy891304aul5i
Unfallschwerpunkt Betonpoller

Fotostrecke Burgdorf: Unfallschwerpunkt Betonpoller