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Mikroorganismen fressen Autos sauber

Burgdorf Mikroorganismen fressen Autos sauber

An Autowaschanlagen herrscht in Burgdorf kein Mangel. Mit CarWash hat dieser Tage im Gewerbegebiet Nordwest noch eine weitere Anlage eröffnet. Mikroorganismen fressen dort den Dreck, den Textilbürsten zuvor von den Automobilen herunter geholt haben.

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Die Fahrzeugreinigung in der Waschstraße übernehmen Textilbürsten und -lappen.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Carsten Mölich und seine Frau Ann-Katrin mögen es „XtremSanft“. Und „XtremSauber“. Rein beruflich. Die beiden Gewerbetreibenden aus Hannover betreiben die Autowaschanlage CarWash an der Luise-Meitner-Straße, die mit eben jenen bereits erwähnten Extrem-Attributen um Kunden wirbt. Nach Neustadt und Wunstorf ist es die dritte Anlage, die das Ehepaar betreibt. Noch dazu eine, die mithilfe neuester Technik besonders umweltfreundlich arbeitet, wie das Paar betont.

Das liegt nicht nur am eigenen 15-Kw-Blockheizkraftwerk, das große Teile des immensen Strombedarfs deckt und zudem Wärme liefert für die Erhitzung des Spülwassers. Vielmehr lassen die Mölichs Mikroorganismen für sich arbeiten. Und zwar nicht nur ein paar wenige, sondern Heerscharen.

Bei diesem Teil des Personals – in der manuellen Vorwäschen legen in Stoßzeiten bis zu vier Mitarbeiter Hand an die Fahrzeuge der Kunden – handelt es sich um Milliarden von mikroskopisch kleinen Lebewesen. Diese sind als Einzelwesen mit dem bloßem Auge gar nicht erkennbar. Ihr Reich ist der Lavagesteinboden in den Abwasserbecken unter der Autowaschanlage, in die der ganze von den Fahrzeugen gewaschene Schmutz gespült wird.

Nachdem sich dort in einem Ruhebecken der gröbste Dreck mechanisch abgesetzt hat, verrichten die Mikroorganismen in drei weiteren Becken ihr stetes Tag- und Nachtwerk. Sie fressen die verbliebenen Schmutzpartikel einfach auf. Damit sie quicklebendig bleiben und sich artig fortpflanzen, bekommen sie über unterirdische Leitungen beständig Sauerstoff zugeführt.

Das Ergebnis: 80 Prozent des von der Autowaschanlage benötigten Wassers kann dank der biologischen Aufbereitungsanlage wiederverwendet werden. Frischwasser braucht es nur fürs Klarspülen und die Polituren der Autos, sagt Carsten Mölich, der mit seiner Frau in der Anfangszeit noch regelmäßig an der Luise-Meitner-Straße vorbei- und nach dem Rechten schaut.

700 Fahrzeuge könnte die Anlage, die auch über Selbstwaschplätze und komfortable Staubsaugerplätze verfügt, am Tag maximal schaffen. Im Durchschnitt seien es wohl eher 200 Kunden am Tag, die vorfahren und dafür sorgen, dass die Mikroorganismen auch extrem satt werden, schätzt Mölich.

Waschen nur in der Waschstraße erlaubt

Sein Auto waschen darf man nicht nur in Burgdorf einzig in dafür vorgesehenen Anlagen. Denn dort ist dafür gesorgt, dass das Schmutzwasser vorschriftsmäßig in die Kanalisation abgeführt und in der Kläranlage gereinigt wird. Das regelt die Abwassersatzung der Stadt, wie Peter Frerichs, Umweltsachbearbeiter im Rathaus, auf Nachfrage bestätigt.

Autowaschanlagen gibt es in der Stadt etliche: außer den Waschanlagen an mehreren Tankstellen die Carwash-Anlage auf dem Raiffeisen-Gelände, den cleanpark an der Straße An der Mösch in der Weststadt und die Selbstwaschanlage an der Wollenweberstraße im Gewerbegebiet Hülptingsen. Laut Frerichs halten sich die Autofahrer in Burgdorf an die Vorschrift, Autos nicht auf dem eigenen Grundstück oder auf der Straße zu waschen.

Nur sehr vereinzelt habe es in der Vergangenheit einmal Probleme gegeben. Dann habe die Stadt die Betroffenen halt angesprochen mit der Bitte, eine Autowaschanlage anzusteuern.

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