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Mit dem Schiff nach Amerika

Burgdorf Mit dem Schiff nach Amerika

Die Stadthistoriker Dieter Heun und Heidi Rust arbeiten an einem neuen Buchprojekt. Sie spüren Burgdorfern nach, die im 19. Jahrhundert ihren Traum von einem besseren Leben in der Neuen Welt verwirklichen wollten und ausgewandert sind.

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Das Bild zeigt Auswanderer vor der Abfahrt, eine Darstellung aus dem Jahr 1874.

Quelle: privat

Burgdorf. Weil man damals nur mit Schiffen den Großen Teich überqueren konnte, haben Heun und Rust für ihre Recherche unzählige Passagierlisten eingesehen. Solche Listen wurden in den Auswanderungshäfen Bremerhaven und Hamburg sowie in den Einwanderungsstellen unter anderem in New York, Baltimore und New Orleans geführt.

Dafür mussten Heun und Rust jedoch weder an die Nordseeküste noch in die USA reisen. „Die Passagierlisten sind alle digitalisiert und können übers Internet eingesehen werden“ berichtet Heun. Auch die Kirchenbücher von St. Pankratius und benachbarten Kirchenkreisen, die sie auf der Suche nach ausgewanderten Gemeindemitglieder durchforstet haben, stehen online. „Allerdings nicht in Form einer Datenbank. Die Kirchenbücher wurden nur 1:1 eingescannt“, sagt Heun. Ausgewertet haben die beiden Stadthistoriker, die gemeinsam schon fünf Publikationen veröffentlicht haben, auch die Burgdorfer Stadtbücher, die Aufzeichnungen der Volkszählungen im Königreich Hannover und in den USA sowie die amerikanischen Friedhofsverzeichnisse mit Grabstellen deutscher Einwanderer.

Bis jetzt haben Heun und Rust Namen von 300 Menschen aus Burgdorf und den heutigen Ortsteilen gefunden, die in der Zeit von 1840 bis 1900 nach Amerika ausgewandert sind. „Diese unerwartet große Zahl ist einer der Gründe, warum aus der geplanten Broschüre jetzt ein Buch wird“, sagt Heun. „Hinzu kommt, dass wir auf ganz tolle Geschichten gestoßen sind.“ So seien längst nicht alle Menschen freiwillig ausgewandert, etliche - vor allem arme Leute - habe der Stadtmagistrat einfach auf ein Schiff verfrachtet und abgeschoben.

Darüber hinaus versuchen Heun und Rust auch, etwas über die Lebensgeschichten der Auswanderer zu erfahren. Es sei zwar schon vier, fünf Generationen her, aber möglicherweise, wisse der ein oder andere noch etwas über ausgewanderte Vorfahren. „Wer hat noch Verbindungen zu deren Nachkommen, vielleicht sogar Briefe oder andere Dokumente?“, fragt Heun. Erscheinen soll das Buch mit dem Arbeitstitel „Ab nach Amerika“ im nächsten Jahr. „Ein paar Monate brauchen wir noch, bis es fertig ist.“

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