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Pastorin Annette Charbonnier hat gepackt

Burgdorf Pastorin Annette Charbonnier hat gepackt

Der Umzugwagen kommt am Montag - und dann endet für Pastorin Annette Charbonnier auch sichtbar ihre Zeit in Burgdorf und vor allem in der St.-Paulus-Gemeinde. Und obwohl die 50-jährige Theologin sich selbst auf die Stelle in Ledeburg-Stöcken beworben hat, dominiert derzeit noch die Wehmut.

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Die Tasche ist gepackt: Annette Charbonnier und ihre Familie ziehen in der nächsten Woche nach Herrenhausen um.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Wenn nicht jetzt, wann dann? Auf dieser Frage beruhte die Bewerbung, die die Pastorin angeschoben hatte. Nicht, weil sie sich möglicherweise unwohl gefühlt hätte bei St. Paulus. Im Gegenteil: "Ich habe mich hier pudelwohl gefühlt, aber nun ist auch die richtige Zeit für eine berufliche Herausforderung", sagt sie. Diese erwarte sie in der neuen Kirchengemeinde, in der sie mit einer halben Stelle arbeiten werde. Dazu gehöre, dass sie sich in der Leitung erproben könne, aber auch die Anbindung von Kitas und Familienzentren an die Gemeinde, der Vernetzung mit lokalen Akteuren und eine neuen Positionierung in den beiden Stadtteilen. "Und nicht zuletzt werden wir über den Neubau der Kirche oder einen Umbau entscheiden müssen", nennt sie jene Aufgabe, die mittelfristig viel Zeit und Energie kosten werde. "Aber jetzt habe ich eben die Energie, das noch einmal zu schaffen", sagt die zweifache Mutter.

Sie werde Burgdorf immer verbinden mit der Familienphase, denn bei ihrem Amtsantritt waren ihre Kinder drei und fünf Jahre alt, ihr Mann Ralph Charbonnier arbeitete als Superintendent im hiesigen Kirchenkreis - bis zu seinem Wechsel ins Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland, wo er jetzt für soziale Fragen zuständig ist. "Unsere Kinder sind hier aufgewachsen", sagt sie und fügt hinzu, daraus hätten sich sehr viele private Kontakte ergeben, die wiederum die beruflichen ergänzt hätten. "Diese Konstellation hat unser Leben sehr bereichert, wir lassen hier sehr viel zurück", bilanziert Charbonnier durchaus mit Wehmut.

Dabei stand am Anfang eher die Skepsis: "Als wir in Burgdorf ankamen und ich die St.-Paulus-Kirche sah, wollte ich dort nie anfangen." Inzwischen aber habe sie den Betonbau so ins Herz geschlossen, dass sie bauliche Ideen gern mit nach Ledeburg-Stöcken übertragen wolle. "Das Gebäude ermuntert einfach zur Kommunikation", sagt sie. Mitnehmen werde sie auch den speziellen Geist der Gemeinde: "Hier gibt es ein schönes Miteinander von Menschen, die Lust haben, Kirche zu gestalten und etwas zu organisieren." Nie habe sie gehört, dass etwas nicht funktioniere, sondern immer erlebt, wie ihre Mitstreiter einen Weg gesucht und gefunden haben, um Ideen zu realisieren.

Dabei hätten die Menschen in der Südstadt immer im Blickpunkt gestanden: Was brauchen sie im Stadtteil? Wo erreichen wir sie? "Das hat dazu geführt, dass sich eine sehr lebendige, experimentierfreudige Gemeinde entwickelt hat", sagt Charbonnier und wünscht sich, dass dieser Geist erhalten bleibe.

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