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Neu: Baderegeln auf Arabisch

Burgdorf Neu: Baderegeln auf Arabisch

Immer mehr arabisch sprechende Flüchtlinge besuchen Burgdorfs Hallenfreibad. Das Schwimmmeister-Team hat die Baderegeln jetzt in mehreren Sprachen ausgehängt. An den Funktionsräumen und an der Absperrung zum Sprungturm steht zudem neuerdings auf Arabisch, welchen Zweck sie erfüllen.

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Schwimmmeisterin Susanne Mertke (von links) erklärt den syrischen Badegästen Nour Eddin Khatib und Adhm Ktehs die Baderegeln.Dege (2)

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Konflikte vermeiden, bevor sie entstehen, ist das Kalkül, das Schwimmmeisterin Susanne Mertke und ihre Kollegen bewog, die Beschriftung der Funktionsräume Dusche, Toilette und Umkleide zu ergänzen. „Vorher war es stressig. Seitdem wir das gemacht haben, ist es erholsam“, beschreibt Mertke den Effekt.

Die Idee dazu entstand aus der schieren Not. Am vergangenen Sonnabend waren plötzlich 25 Flüchtlinge im Bad aufgetaucht und wollten dort schwimmen. Sie sprachen kein Wort Deutsch, ausschließlich Arabisch.

Die Schwimmmeister erkannten sofort das Konfliktpotenzial, das die Situation in sich barg, nachdem sich die ersten zehn der männlichen Badegäste versehentlich in die Damendusche verirrt hatten. Umgehend lud sich das Aufsichtspersonal von der Internetseite einer Fachzeitschrift für Schwimmmeister die zwölf wichtigsten Baderegeln in englischer, deutscher und arabischer Sprache herunter und hängten diese aus.

Bei Verstößen bitten die Schwimmmeister nun die arabischsprachigen Badegäste zum Aushang, zeigen auf die entsprechende Regel sowie deren Übersetzung ins Arabische. „Sie sind dankbar und wissbegierig. Ich habe noch keinen erlebt, der gegen unsere Anweisungen handelt“, sieht sich Mertke bestätigt.

Anfängliche Verstöße wie Sprünge ins Becken vom Beckenrand, das Betreten des gesperrten Sprungturms und das Baden in Unterhose hätten sich schlagartig gelegt. Bei alledem brauchen die Schwimmmeister freilich ein Händchen: „Wir dürfen nichts durchgehen lassen, müssen aber vorsichtig agieren und vermitteln. Sonst bekommen wir massive Beschwerden von den deutschen Badegästen“, sagt Mertke.

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