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Abschied von der Kirche als Dienstleister

Burgdorf/Uetze Abschied von der Kirche als Dienstleister

Die Pfarrgemeinde St. Nikolaus steht vor großen Herausforderungen. Die katholischen Gemeinden in der Region Hannover werden keinen eigenen Pfarrer mehr haben. „Es wird wesentlich mehr vor Ort geschehen müssen, damit wir unser lebendiges Gemeindeleben erhalten“, sagt Pfarrer Martin Karras.

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Ein Pastoralteam wird sich künftig um die katholischen Kirchen in Uetze (von links), Sehnde, Lehrte und Burgdorf kümmern.

Quelle: Archiv

Burgdorf/Uetze. Bis 2025 will das Dekanat Hannover das neue Personalkonzept – die Antwort auf den Priestermangel – umsetzen. Der Kern: Künftig werden drei bis vier Großgemeinden zu Pastoralbereichen zusammengefasst, die von einen Team betreut werden. Der Pastoralbereich Ost, zu dem Burgdorf, Uetze, Lehrter und Sehnde gehören, bekommt einen Pfarrer, zwei Pastoren, zwei Gemeindereferenten, einen Diakon und einen Verwaltungsauftragter.

„Es wird wesentlich mehr vor Ort geschehen müssen, damit wir unser lebendiges Gemeindeleben erhalten können“, sagt St.-Nikolaus-Pfarrer Martin Karras. „Jetzt geht es darum, dass wir uns als Gemeinde aktiv in diese Neuausrichtung einbringen. Dieser Prozess ist am Sonntag in unserer Gemeindeversammlung gestartet worden.“

Der Dekanatspastoralrat hatte sich am vergangenen Freitag mit großer Mehrheit auf die Bildung von acht Pastoralbereichen geeinigt. Zum Bereich Ost gehören die Katholiken aus Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze sowie aus den hannoverschen Stadtteilen Kleefeld, Roderbruch, Misburg und Anderten – insgesamt 23 500 Gemeindemitglieder. Damit ist der Pastoralbereich Ost der zweitgrößte im Dekanat.

Probst Martin Tenge erklärte, dass es jetzt darauf ankomme, die Kommunikation in den Gemeinden und den Zusammenhalt sicherzustellen. „Gerade, wenn es nicht mehr möglich ist, jeden Sonntag eine Heilige Messe zu feiern.“

Laut Karras gibt es im Dekanat schon einige Gemeinden, die sich auf diesen neuen Weg gemacht haben. „Wir in St. Nikolaus sind noch nicht zu spät, aber wir müssen jetzt vorankommen“, betont er. Für August planen Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand zu diesem Thema eine Klausurtagung.

„Eine wichtige Aufgabe wird es sein, die Mitglieder zu erreichen, die sich noch nicht aktiv ins Gemeindeleben einbringen“, sagt Wolfgang Obst, designierter Kirchenvorstandvorsitzender. „Vor allem fehlen uns die 30- bis 50-Jährigen.“ Mit dem Zuschnitt des Pastoralbereichs Ost ist Obst „nicht ganz glücklich, weil die Strukturen nicht vergleichbar sind. Mir wäre die Kombination Burgwedel, Burgdorf, Lehrte lieber gewesen. Wir kennen uns und sind bereits gut vernetzt.“

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