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Friedhelm Döbel ist Mister Hertha-Kurier

Burgdorf Friedhelm Döbel ist Mister Hertha-Kurier

Friedhelm Döbel ist Mister Hertha-Kurier. So kurz und knapp lässt sich zusammenfassen, was unendlich viele Zeilen füllt. Denn der 60-Jährige hat mit seinem Verein nicht nur zahlreiche sportliche Erfolge gefeiert. Er engagiert sich auch ehrenamtlich und gibt seit 28 Jahren den Hertha Kurier heraus.

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Auf die Medaillen für seinen ersten Marathon und den Iron Man ist Friedhelm Döbel mächtig stolz. 

Quelle: Sandra Köhler

Otze. Tischtennis, Fußball, Marathon, Triathlon, Auftritte mit der Männertruppe "Die Einmaligen" in den Jazz-Dance-Shows, Bowling, Ironman-Finisher, leidenschaftlicher Radfahrer: "Sport spielt seit jeher eine große Rolle in meinem Leben", sagt Döbel. Er stammt aus Otze und hat mit seinen beiden Brüdern schon früh und regelmäßig nachmittags den dortigen Fußballplatz unsicher gemacht. "Das sollten wir eigentlich nicht. Aber es war ja zu hören, wenn der Platzwart mit seinem Goggomobil über die Schranke fuhr. Und dann haben wir uns einfach in den Wald verkrümelt." Bis er dann 1973 in die B-Jugend von Hertha einstieg - der Vater mochte Fußball nicht - spielte er erst mit seinen Brüdern und Hartmut Jung Tischtennis im TTC Otze und brachte es auf mehrere Kreismeistertitel.

Mangels Mannschaft in seiner Altersklasse wechselte er zur TSV Burgdorf und spielte dort in der A-Jugend gemeinsam mit Ulrich Pigulla in der höchsten Klasse gegen Vereine wie Eintracht Braunschweig: "Das war eine Superzeit." 1975 ging es zurück nach Otze in die Herrenabteilung, bis zur Bezirksliga."Da konnte ich wegen der Bundeswehr aber nicht so häufig trainieren", erinnert sich Döbel, der 1972 als Schriftsetzer beim Burgdorfer Kreisblatt begann.  Während seines Wohnintermezzos in Hannover kickte er 1984 beim HSC Hannover. Doch letztlich trieb es ihn wieder nach Otze. Zu den Alten Herren, mit denen er von 1988 bis 1991 mehrmals Meister und Pokalsieger wurde. 

Aus diesem Kreis entstammte dann auch die Idee zum 1. Otzer Triathlon am 7. Oktober 1990. Mehrkampf statt Altenteil war die Idee. Fünf Wagemutige - darunter Friedhelm Döbel - wollten es wagen und verkündeten das auch in der Vereinszeitung. Nach Terminverlegung wegen Krankheit fanden sich weitere Mitstreiter. Am Ende waren es zwölf, die den Dreikampf Schwimmen, Laufen, Radfahren absolvierten. Nicht etwa auf einer abgesperrten Bahn, sondern mitten im normalen Badebetrieb des Burgdorfer Bades. "Weil wir die Räder da nicht parken wollten, haben wir die Disziplinen einfach umgedreht und sind erst gelaufen und dann Radgefahren", erinnert sich Döbel: "Mit Dreigangrädern bei kaltem und windigem Wetter."

Weil es allen trotzdem so gut gefallen hatte, wurde eine Neuauflage geplant. Um anderen Sportlern eine Möglichkeit zum Schnuppern zu geben, wurde 1995 ein Staffeltriathlon angeboten, laut Döbel zumindest in Norddeutschland der erste überhaupt. Insgesamt 15 Otzer Triathlons gab es, bevor die Auflagen zu hoch wurden. Die Organisation der Heimläufe und das Kicken in den Alten Herren reichte Döbel und seinen Mitstreitern, darunter Bruder Heinz nicht.

Sie wollten mehr. Den Ironman in Roth 2001. "Heute bereiten sich die Leute ganz anders für sowas vor. Es gibt ja Trainingspläne, da haben wir damals gar nicht drüber nachgedacht", sagt Döbel. Zeitintensiv war die Vorbereitung mit Läufen, Wettkämpfen und Trainingslager trotzdem sehr. Aber erfolgreich: "Wir sind alle angekommen. Das war sportlich der größte Erfolg in meinem Leben", sagt Döbel, der im vergangenen Jahr immerhin Triathlon-Altersklassen-Landesmeister in der Sprintdistanz in Peine geworden.

Auch dem Marathon frönte er ausgiebig: Sein erster war der  Hamburg-Marathon - mit sieben Vereinskollegen. Insgesamt hat Döbel 25 absolviert, darunter einen als Otzer Kartoffelkönig verkleidet in Bordeaux. Und seinen 50.Geburtstag feierte er mit der Startnummer 5050 beim Brocken-Marathon. Zum Jazz-Dance kam der zweifache Vater als Pausenfüller: "Die Frauen wollten bei den Shows mehr Zeit zum Umziehen. Und da haben wir Männer eine Nummer zu Macho Macho eingeübt." Die Einmaligen kamen an - und sind alljährlich einer der Höhepunkte der stets zügig ausverkauften Gala.

Sportliche Ziele habe er sich für die Zukunft wenige gesetzt, sagt Döbel. "Dafür will ich mehr Freizeitradtouren machen. Deutschland hat so schöne Ecken, davon möchte ich noch einige erfahren." Auch hier legt Döbel mit norddeutschem Understatement etwa andere Ansprüche an als andere. Aktuell plant er eine Mehrtagestour mit Freunden, die über die Alpen nach Venedig führen soll. Im Training ist er: Rund 100-mal im Jahr ist er die Strecke von Otze zur Arbeit nach Bemerode mit dem Rad gefahren, hat so jährlich rund 8000 Kilometer runtergerissen, natürlich in strammem Tempo. "Beim Fahrradfahren kann man sich gut entspannen und nachdenken", findet Döbel.

28 Jahre Hertha-Kurier-Macher

"Kannste mal bei der Vereinszeitung mithelfen": Mit dieser Bitte des damaligen Vereinsvorsitzenden Wolfgang Mierswa begann das Ehrenamt, das Döbel in zwei Jahren mit der 180. Ausgabe des Hertha-Kuriers beenden will." Nach 30 Jahren darf das mal wer anders machen", ist er überzeugt.

Als Schriftsetzer war er prädestiniert für die Erstellung der sechsmal jährlich erscheinenden Zeitung, die mehr Dorfpostille als reines Vereinsmagazin ist. "Sie ist schon irgendwo mein Kind", sagt er über die Zeitung, die nicht nur in alle Otzer Haushalte verteilt wird und an einigen Stellen in Burgdorf ausliegt, sondern auch seit der Ausgabe 100 online zu lesen ist. Für jede Ausgabe sitzt Döbel 24 Stunden am Computer, um Berichte und von Hartmut Jung bearbeitete Fotos zu layouten. "Früher habe ich das am Schneidetisch gemacht, wie ich es gelernt habe. Da ist der Computer schon eine Erleichterung.

Von Ausgabe 1, einfarbig und auf der Schreibmaschine erstellt, bis hin zur aktuellen Nummer 167 auf Glanzpapier mit Farbfotos - ist das eine Herausforderung ist geblieben: "Ich muss allen gerecht werden." Von den Sparten über Kaninchenzüchter, Schützen und die Bügerinitiative Otze Schiene bis hin zum Fan-Haus wollen alle gut präsentiert werden. Und das Gleichgewicht zu den Anzeigen, deren Erlöse der Vereinsarbeit zugute kommen, soll auch stimmen.

Mitunter habe er da Erklärungsarbeit leisten müssen, sagt Döbel. Umso mehr freut er sich über lobende Mails, die ihn auch schon aus der Ferne von Unbekannten erreicht haben. Eines aber ist für ihn ungeschriebenes Gesetz: "Was ich nicht habe, habe ich nicht." Er gebe zwar rechtzeitig den Redaktionsschluss bekannt und frage auch noch einmal nach. "Aber dann ist auch gut."

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Von Sandra Köhler

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