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Applaus für Carl Hunzes letzte Vorstellung

Burgdorf Applaus für Carl Hunzes letzte Vorstellung

Otzes Ortsbürgermeister Carl Hunze, seit 42 Jahren im Amt, hat am Donnerstagabend auf dem Lindenbrink seine letzte Ortsratssitzung geleitet. Fast 500 Menschen verfolgten die Sitzung unter freiem Himmel im Rahmen der Otzer Woche, bei der Hunze und seine Ratskollegen traditionell im Frack gewandet tagen.

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Otzes scheidender Ortsbürgermeister Carl Hunze leitet seine letzte Ortsratssitzung auf dem Lindenbrink.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Lauer hätte dieser Spätsommerabend kaum sein können. Die Dämmerung war noch nicht über Otze hereingebrochen, da eröffnete Hunze kurz nach 19 Uhr die traditionelle Ortsratssitzung, die einen der Höhepunkte der Otzer Veranstaltungswoche markiert. Denn erstens geht es dort nicht so ganz bierernst zu wie in allen anderen Gremien, wo Kommunalpolitiker über die Geschicke der Stadt und ihrer Dörfer beraten und entscheiden. Zudem dürfen sowohl die Ortsratsmitglieder wie das Publikum während der Sitzung jederzeit dem Gerstensaft zusprechen und sich so warmtrinken für den anschließenden Dorfabend, bei dem die Otzer und ihre Gäste bis weit nach Mitternacht feiern.

Schon die Einwohnerfragestunde geriet launig. Holger Zielonka etwa, ehedem für die SPD im Ortsrat wie im Rat der Stadt, heute in der Partei Die Linke aktiv, begehrte Auskunft darüber, ob der Flächennutzungsplan für Burgdorf wohl das werde, was für Berlin der neue Hauptstadtflughafen sei. Zielonka wollte obendrein wissen, wann die Stadt endlich Bauland im Dorf ausweist, zumal eine Fläche nördlich des Friedhofs längst alle Voraussetzungen dafür mitbringe.

Auch der Baby-Boom im Neubaugebiet und der Wunsch von Eltern nach einem Spielplatz kamen zur Sprache. Zum Flächennutzungsplan ließ Bürgermeister Alfred Baxmann wissen, dass dieser nichts als Arbeit mache, aber immerhin die Stadt keine Unsummen koste. Bauland auszuweisen indessen sei Sache des neuen Rates, so Baxmann. Da sei er schon sehr gespannt, welches Dorf sich am Ende durchsetzen werde. Denn alle Ortsteile verlangten Neubaugebiete. Hunze ließ seinerseits das Spielplatz-Begehr abblitzen mit der Bemerkung, Kinder sollten auf dem Dorf unbehelligt von künstlich angelegten Flächen aufwachsen dürfen. Derweil Baxmann riet: Niemand werde Eltern daran hindern, die Initiative zu ergreifen und selber Hand anzulegen.

Kein Spaß war derweil der Auftritt von Garten- und Landschaftsarchitekt Andreas Ackermann. Dieser stellte 48.000 Euro teure Pläne für die Gestaltung der neuen Multifunktionsfläche hinter dem sogenannten FaN-Haus am Kapellenweg vor, wo sich nachmittags die Dorfjugend trifft.

Ernst gemeint war vor allem auch die Ehrerbietung, die Parteifreund und Ortsratsmitglied Kai Peters (CDU) dem "streitbaren Charakterkopf" Hunze angedeihen ließ. Dieser habe es in seinen 42 Amtsjahren geschafft, Tradition und Moderne auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Peters überreichte Hunze zwei Schatullen mit güldenen Glocken darin. Diese sollen eine neue Tradition begründen. Mit der einen sollen künftige Ortsbürgermeister fortan jeweils die Ortsratssitzungen einläuten. Die zweite Glocke dient Hunze zur Erinnerung, weil dieser die Sitzungen jetzt nicht mehr selbst einläuten kann. Das war das Zeichen für alle auf dem Lindenbrink, sich für den sichtlich bewegten Hunze zu erheben und ihm stehend Applaus zu spenden.

Ehrung für den Kümmerer Karl-Heinz Dralle

Bürgermeister Alfred Baxmann hat in seiner Eigenschaft als Stadtoberhaupt dem Otzer Ortsratsmitglied Karl-Heinz Dralle (SPD) für zehn Jahre kommunalpolitisches Engagement in dem Gremium gedankt. Baxmann würdigte Dralle, der im Dorf so bekannt sei wie der sprichwörtliche bunte Hund, als einen echter Kümmerer. Der Schützenverein-Chef mache sich als Rentenberater stark für die kleinen Leute. Zudem sei er ein talentierter Hausschlachter.

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