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Ortsvorsteher will Flüchtlinge schützen

Sorgensen Ortsvorsteher will Flüchtlinge schützen

Der Lageplan möglicher Standorte für Flüchtlingssammelunterkünfte, den die Stadt vorgestellt hat, beunruhigt offenbar etliche Bürger. Nach der WGS melden sich jetzt Sorgensens Ortsvorsteher Dirk Schwerdtfeger und Bürger der Südstadt zu Wort.

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Dort, wo jetzt am Ortseingang Sorgensens noch Büsche und kleine Bäume wachsen, könnte eine Flüchtlingsunterkunft gebaut werden.

Quelle: Wulf-Dettmer

Sorgensen. Schwerdtfeger plädiert dafür, das städtische Grundstück an der Hauptstraße am Ortseingang aus Richtung Burgdorf gar nicht erst als Standort für eine Flüchtlingsunterkunft zu prüfen. Sein Argument: Wegen der bevorstehenden Sanierung der Ortsdurchfahrt würden die Menschen nach ihrer anstrengenden Flucht erneut unnötigen, hohen Belastungen ausgesetzt. „Standorte für Füchtlingsunterkünfte müssen so ausgewählt werden, dass die Menschen vor Verkehrs- und Baulärm sowie hohen Abgasbelastungen weitestgehend geschützt werden“, schreibt der Ortsvorsteher in einem Brief an Bürgermeister und Rat.

Würde hingegen die Landesverkehrsbehörde wegen des Baus der Unterkünfte die Sanierung der maroden Ortsdurchfahrt erneut zurückstellen, wäre das ebenso fatal, gibt Schwerdtfeger zu bedenken.

Er ist nach eigenen Angaben mit der Stadt zurzeit nicht im Gespräch darüber, in welchem Stadium sich die Prüfung des Standorts befindet. Wenn sich das dort allerdings konkretisiere, will der Ortsvorsteher die Initiative ergreifen und zu einer Bürgersprechstunde in die Schützenkate einladen.

Dort will er über rechtliche Gesichtspunkte informieren und zudem „eine offene Diskussion darüber führen, was wir tun können“, sagte Schwerdtfeger, der die Sorgsenser als weltoffene Menschen beschreibt, die den Flüchtlingen sicher offen und hilfsbereit gegenüberstünden. Er kündigte zudem an, dass er sich beim Ortsbürgermeister von Schillerslage, Manfred Dunker, informieren lassen wolle, wie sich das Dorf vorbereitet habe auf die Unterbringung der Flüchtlinge in der dortigen Mehrzweckhalle.

Initiative schreibt einen offenen Brief an die Stadtspitze

Vier eng beschriebene Seiten lang ist ein offener Brief, den eine „Bürgerinitiative Südstadt“ jetzt an Parteien, den Rat und Bürgermeister Alfred Baxmann adressiert hat. Der Tenor der von Helmut Erlenhardt gezeichneten Schrift lautet: Die Stadt sei im Begriff, ihr Versprechen zu brechen. Die mit der Unterbringung von Asylbewerbern einhergehenden Lasten würden keineswegs gerecht aufs Stadtgebiet verteilt. Vielmehr sei die Südstadt besonders stark betroffen. Erlenhardt geißelt eine ungleiche Behandlung der Stadtteile. Während Ramlingen, Ehlershausen, Otze und Heeßel „komplett außen vor“ seien bei der Suche nach Flächen für Flüchtlingsunterkünfte, lebe der überwiegende Teil der von der Stadt in Mietwohnungen untergebrachten Asylbewerber in der Südstadt, sollten zudem in Drei Eichen weitere 37 Flüchtlinge unterkommen, an der Eseringer Straße 96 sowie in einem geplanten Wohnblock an der Gerickestraße nochmals 150. „Burgdorf braucht nicht einen weiteren sozialen Brennpunkt in der Südstadt“, heißt es in dem Brief, in dem die Initiative drastisch formuliert: „Wir werden Flüchtlinge in der eigenen Stadt, weil die Südstadt zum Getto abrutscht.“ Schließlich kündigt Initiator Erlenhardt eine Unterschriftenliste an gegen den geplanten Wohnblock für Flüchtlinge an der Gerickestraße.

von Anette Wulf-Dettmer und Joachim Dege

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