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Otze will der Bahn Paroli bieten

Burgdorf Otze will der Bahn Paroli bieten

Otzer Bürger haben am Montagabend die Gründung der Bürgerinitiative Otze Schiene, kurz Bios, auf den Weg gebracht. Die Initiative will den geplanten Ausbau der Güterverkehrsstrecke Celle-Burgdorf-Lehrte sowohl kritisch als auch konstruktiv begleiten.

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In Otze verläuft die Bahnstrecke Ehlershausen-Burgdorf auf einem Damm, der an einigen Stellen nur wenige Meter entfernt von Wohnhäusern (links oben) liegt und nicht mit einer Lärmschutzwand ausgestattet ist.

Quelle: Sandra Köhler

Otze. "Es geht uns nicht darum, dass weniger Züge auf der Strecke fahren. Es können ruhig mehr sein, um den Güterverkehr von der Straße zu bekommen", erklärte Arnim Goldbach vom Bios-Vorbereitungsteam den fast 100 Otzern im Feuerwehrhaus. Doch wenn, wie prognostiziert, die Zahl der Güterzüge, die Otze passieren, von derzeit 98 auf 174 am Tag steige, dürfe dabei die Lebensqualität im Dorf nicht auf der Strecke bleiben. Das zu erreichen, soll Ziel und Aufgabe der Otzer Bürgerinitiative sein - so steht es im Satzungsentwurf.

Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann, der Burgdorf, Lehrte und Sehnde im Dialogforum Schiene Nord vertritt, machte deutlich, was bis 2030 auf Otze zurollen wird. Vor allem wies er daraufhin, dass die Bahn rechtlich weder verpflichtet sei, den Lärmschutz in Ehlershausen, Otze und Burgdorf zu verbessern noch den Umbau höhengleicher Bahnübergänge komplett zu bezahlen. Nicht zuletzt deshalb sei das Abschlussprotokoll des Dialogforums so wichtig. In diesem werde die Zustimmung zur Trassenvariante Alpha - sie sieht für die Strecke Celle-Lehrte die Installation weiterer Signalanlagen vor, um die Dichte der Züge zu erhöhen - an klare Bedingungen geknüpft.

Die Bürgerinitiative will sich dafür einsetzen, dass vor allem drei dieser Bedingungen von der Bahn auch umgesetzt werden: Verbesserung des aktiven Lärmschutzes, Erhalt der Dorfeinheit trotz des Bahnübergangs und die Sicherung der Qualität des Schienenpersonenverkehrs.

Damit das erreicht werde, "wollen wir uns einmischen und nicht nur zuschauen", sagte Manfred Kuchenbecker, wie Goldbach Mitglied des Vorbereitungskreises. Damit traf er wohl den Nerv der Otzer. Denn als er fragte, ob Otze eine Bürgerinitiative gründen solle, gingen fast alle Hände in die Höhe.

60 Otzer haben noch am Montagabend ihre Beitrittserklärung zur Bios unterschrieben. Zudem haben sich laut Goldbach am selben Abend zwei Bürger gemeldet, die ab sofort im Vorbereitungsteam mitarbeiten wollen. Weitere Bürger hätten ihre Hilfe für einzelne Projekte angeboten. Am nächsten Dienstag treffe sich das Team, um die erste ordentliche Mitgliederversammlung zu planen, kündigte Goldbach gestern an.

Die Bürgerinitiative will alle Otzer auf dem Laufenden halten und hat deshalb schon eine Homepage unter www.bios-otze.de eingerichtet.

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Große Zustimmung: Fast alle Hände gehen hoch, als das Vorbereitungsteam, die Frage stellt, ob für Otze eine Bürgerinitiative gegründet werden soll.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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