Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Pegida-Mann zeigt Mirco Zschoch an

Burgdorf Pegida-Mann zeigt Mirco Zschoch an

Der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Mirco Zschoch, muss am Montag zu einer Vernehmung auf der Polizeiwache erscheinen. Ein vorbestrafter Pegida-Aktivist fühlt sich von dem Kommunalpolitiker nach einem Kommentar auf Facebook beleidigt und hat diesen angezeigt.

Voriger Artikel
Heeßel soll Ortsrat bekommen
Nächster Artikel
Radfahrer stürzt im Kreisel

Mirco Zschoch muss am Montag zur Vernehmung aufs Polizeirevier kommen.

Quelle: privat

Burgdorf. Zschoch führt im Rat die zweitgrößte Fraktion. Selbst dem politischen Gegner SPD gilt er nicht eben als Scharfmacher. Am 10. Januar eskalierte ein Streit auf seiner Facebook-Seite. Das Ergebnis ist die Strafanzeige, die ein Kommentator anschließend gegen den Politiker erstattete.

Am Dienstag fand Zschoch in seiner Post einen Brief der Polizei. Die eröffnete ihm, dass sie ein Ermittlungsverfahren führt. Der Vorwurf gegen den Politiker: üble Nachrede.

Was war geschehen? Im Vorgriff auf die Informationsveranstaltung der Stadt zu in Burgdorf geplanten Flüchtlingsunterkünften formulierte Zschoch am 8. Januar auf seiner Facebook-Seite eine Einladung. Der Politiker forderte seine Freunde in dem sozialen Netzwerk auf, zu der Veranstaltung am 27. Januar ins Stadthaus zu kommen, sich dort zu informieren und gegebenenfalls ihre Meinung zu artikulieren.

Einigen gefiel das. Andere gaben ihm Kontra. Vor allem der Pegida-Aktivist, ein in Burgdorf lebender Familienvater und Elektriker. Am 10. Januar dann kochten die Emotionen hoch. Der Pegida-Mann schrieb: „Alle besorgten Bürger hin da und dem Politikerpack so richtig einheizen!“ Als ein anderer Facebook-Nutzer den Umgangston kritisierte, reagierte der Elektriker äußerst heftig: „Auf Bürgerkrieg läuft es leider derzeit hinaus. Und wir werden uns bald entscheiden müssen, auf welcher Seite wir stehen wollen. Und ich weiß genau, wo ich stehe!“ Die Zeit für Samthandschuhe sei vorbei. Er stehe rechts. Und zwar dort, wo vor 20 Jahren noch die CDU gestanden habe, bevor sie nach links abgedriftet sei.

Das wollte Zschoch so nicht auf der CDU sitzen lassen. Er griff darum selbst in die Tasten und formulierte: „Mit Ihrem menschenverachtenden und rechtsradikalen Gedankengut haben Sie auch nicht im Ansatz eine Gemeinsamkeit mit Christdemokraten gehabt!“

Der Pegida-Aktivist sieht sich von Zschochs Qualifizierung verunglimpft. Er kündigte umgehend eine Strafanzeige an, die er dann auch tatsächlich erstattete. So wie er bereits einen weiteren Burgdorfer wegen übler Nachrede anzeigte mit dem Ergebnis, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren inzwischen einstellte.

Zschoch, selbst Jurist, gibt sich gelassen. Er habe sich strafrechtlich beraten lassen, sagt er. Die Facebook-Kommentare des Anzeigenerstatters, über dessen kriminelle Vergangenheit er im Bilde sei, und die auf Youtube dokumentierten Reden bei Pediga-Veranstaltungen in Hannover sprächen schließlich Bände.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6so7fv8r5kz1bl6pg11s
St. Nikolaus dankt den Ehrenamtlichen

Fotostrecke Burgdorf: St. Nikolaus dankt den Ehrenamtlichen