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Überfall: Anstifter zahlt die Zeche

Burgdorf Überfall: Anstifter zahlt die Zeche

Im Prozess wegen des Überfalls auf die Spielothek Planet Ufo im März 2015 ist das Amtsgericht Burgdorf am Donnerstag zu einem differenzierten Urteil gekommen. Kein Pardon kannte das Jugendschöffengericht mit dem Anstifter. Der Räuber, der zu der Tat gezwungen worden war, kam glimpflich davon.

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Das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Burgdorf hat ein Räubertrio verurteilt.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Angeklagt wegen schwerer räuberischer Erpressung waren drei Heranwachsende. Der zur Tatzeit mit 16 Jahren Jüngste im Bunde, den das Gericht als Anstifter und somit als den Haupttäter einstufte, kassierte eine Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Diese wird für die Dauer von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Als erzieherischen Denkzettel verhängte das Gericht unter Vorsitz von Richter Klaus von Tiling obendrein eine Woche Arrest.

Der verhinderte Räuber, der maskiert und mit Schreckschusspistole ins Planet Ufo gestürmt, dort von der Aufsicht überwältigt und in die Flucht getrieben worden war, bekommt einen Betreuer an die Seite gestellt, damit er sein Leben in den Griff bekommt. Außerdem muss er 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er von seinem Komplizen zu dem Überfall gezwungen worden war.

Der Jüngere hatte dem unter Angstzuständen leidenden Räuber mit einer Räuberpistole um kriminelle Geldwäschemachenschaften massiv unter Druck gesetzt und so zur Tat gedrängt. Kaum dass der Spielothek-Aufseher den Räuber in die Flucht geschlagen hatte, stürmte dieser in die Stadtsparkasse, randalierte dort und ließ sich von der herbeieilenden Polizei erleichtert festnehmen. Sofort legte er ein Geständnis ab. Wegen seiner Angstzustände - Folge schwierigster familiärer Verhältnisse - ist der Mann seither in psychiatrischer Behandlung.

Auch beim dritten Angeklagten, der als Fahrer fungierte, ließ das Gericht Milde walten. Er sei nicht an der Planung des Raubs beteiligt gewesen, sondern habe erst auf der Fahrt erfahren, worum es geht. Er bekam wegen Beihilfe 90 Stunden gemeinnütziger Arbeit aufgebrummt.

Bei der Strafzumessung für den Haupttäter schlugen auch dessen Beteiligung an zwei Schlägereien zu Buche. Dabei legte der junge Mann jeweils eine erschreckende Brutalität an den Tag. Bei der Hauptschule hatte er im April vergangenen Jahres einem betrunkenen 16-Jährigen ins Gesicht getreten, als dieser schon am Boden lag. "So wie wenn ich einen Fußball treten würde", beschrieb ein Zeuge die Szene. Die Folge: Das Opfer musste eine Woche lang ins Krankenhaus. Im anderen Fall schlug er im Stadtpark einem jungen Mann grundlos die Faust ins Gesicht, sodass dessen Nase brach und operiert werden musste. Als die Freundin des Opfers dazwischen ging, bekam auch sie einen Fausthieb ab.

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