Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Politik fordert Grundversorgung in Lehrter Klinik

Burgdorf Politik fordert Grundversorgung in Lehrter Klinik

Nach Bekanntwerden der neuen Pläne für einen Erhalt des Lehrter Krankenhauses wertet die Politik die neue Entwicklung zumindest als positives Signal. Doch das jetzige Angebot ist nach Informationen des Anzeigers wohl nicht zu halten: Eine chirurgische Abteilung wird es nicht mehr geben - und damit vor Ort keine Operationen mehr.

Voriger Artikel
Neues Programm für Kammermusikreihe vorgestellt
Nächster Artikel
Große Nachfrage bei der DRK-Kleiderkammer Burgdorf

Bleibt das Krankenhaus Lehrte doch erhalten? Rot-Grün in der Regionsversammlung hat einen neuen Vorschlag vorgelegt.

Quelle: Kühn

Burgdorf. Freitag war bekannt geworden, dass die rot-grüne Mehrheit in der Region eine neue Variante auf den Tisch gelegt hat, die vom Aufsichtsrat am 14. Dezember diskutiert werden soll. Danach soll es einen Neubau in Großburgwedel geben, dazu das Krankenhaus in Lehrte „aufgewertet“ werden.

Eine Fusion beider Häuser in einer neuen Klinik scheint damit vom Tisch. „Wir hätten uns einen Neubau gut in Burgdorf vorstellen können, auch wenn der Wunsch nicht wirklich realistisch war“, sagt Bürgermeister Alfred Baxmann und fügt hinzu, Burgdorf habe die gesamte Diskussion mit Zurückhaltung verfolgt und kommentiere nun auch die Entscheidung nicht. „Wir nehmen das zur Kenntnis.“

Dass das Thema auch die Burgdorfer umtrieb, zeigte nicht zuletzt eine Versammlung des Sozialverbandes im Sommer: Seinerzeit hatte Walter Kotzke zwei Betriebsrätinnen des Klinikums eingeladen und viele Interessierte zur Diskussion begrüßen können. „Danach habe ich aber nicht mehr damit gerechnet, dass beide Standorte erhalten bleiben“, sagt Kotzke. „Für uns ist es gut, wenn Lehrte und Großburgwedel bestehen bleiben.“

Verhalten positiv, aber noch längst nicht erleichtert oder optimistisch: So lässt sich die Resonanz in Lehrte beschreiben. „Dass von der Schließung abgerückt werden soll, ist ein positiver Aspekt“, sagt Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Ein Schrumpfen von jetzt 170 auf 50 Betten wäre aber nicht akzeptabel. Er wolle deshalb abwarten, was der Aufsichtsrat beschließe. Lehrtes SPD-Fraktionschef Bodo Wiechmann sagte, es sei zwar zukunftsträchtig, die Geriatrie zu stärken, doch müsse auch die Versorgung im Osten der Region mit mehr als 100 000 Einwohnern erhalten bleiben.

Sein grüner Ratskollege Ronald Schütz vermutet befürchtete Stimmenverluste bei der Kommunalwahl als Hintergrund der Entscheidung, denn in Springe sei die Stimmung nach Schließung des Krankenhauses schlecht. Für Schütz können eine Stärkung der Geriatrie und der Erhalt von Innerer Medizin sowie Dialyse den möglichen Verlust der Chirurgie nicht ausgleichen. Das sieht der CDU-Fraktionschef in Lehrte, Hans-Joachim Deneke-Jöhrens, genauso. „Eine reine Geriatrie nutzt uns nichts.“ Er sei von der „politischen Rolle rückwärts“ erstaunt und führe diese auf die Kommunalwahl zurück. Deshalb bleibe er skeptisch, ob es nach der Wahl wieder einen Rückzieher gebe. Noch einen Schritt weiter geht Bernward Schlossarek, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Regionsversammlung. Bislang seien die neuen Pläne nur eine Wasserstandsmeldung: „Ich befürchte, dass es eine Springisierung in Lehrte geben könnte.“ In Springe war das Krankenhaus nach langen Debatten und Bürgerprotesten doch geschlossen worden.

Von Oliver Kühn und Antje Bismark

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sn9dtnbrnthj5pmdfd
Abriss der Brandruine beginnt

Fotostrecke Burgdorf: Abriss der Brandruine beginnt