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Projekt will Weg für Einstieg in Beruf ebnen

Burgdorf Projekt will Weg für Einstieg in Beruf ebnen

Das Leuchtturmprojekt Einstiegschance Burgdorf wächst - sowohl an Kooperationspartnern als auch bei seiner Außenwirkung. Der Verbund, der sein Hauptengagement auf die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt legt, holt die interaktive Ausstellung "Under Construction" in die Stadt.

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Das Projekt "Einstiegschance Burgdorf" wirkt nicht mehr im Verborgenen: Ahmed Kuyucu vom Arbeitgeberservice BfA (von links), Ursula Wieker und Heide Raupers vom BMGH, Beatrix Reese vom Jobcenter Burgdorf, Inga Ali (Edeka Cramer), Imke Fronia (Diakonieverband der Region), Yvonne Salewski (Pro Regio) und Dina de Haas (Pro Regio) bringen die Ausstellung "Under Construction" zur Berufsorientierung nach Burgdorf.

Quelle: privat

Burgdorf. Einstiegschance Burgdorf (ECB): Dem Kooperationsverbund gehören neben dem Burgdorfer Mehrgenerationenhaus (BMGH), dem Jobcenter der Region Hannover, der Agentur für Arbeit, der Stadt Burgdorf und der Wilhelm Cramer GmbH nun auch der Diakonieverband Hannover-Land und der  Ausbildungsverbund pro Region an."Jeder Partner bringt seine persönliche Sichtweise und seine Kompetenzen ein", sagt BMGH-Koordinatorin Ursula Wieker.

Neben Flüchtlingen, deren Betreuern und Firmen profitieren  auch einheimische Jugendliche von den Aktivitäten des ECB. Bei der von pro regio konzipierten interaktive Ausstellung "Under Construction" können Besucher auf 240 Quadratmetern ausprobieren, welches Berufsfeld ihren Neigungen und Fähigkeiten am meisten entspricht. "Es gibt 330 anerkannte Ausbildungsberufe", sagt Yvonne Salewski, Geschäftsführerin von pro regio. "Die können wir natürlich nicht alle zeigen."

"Was mit Lebensmitteln", "Was mit Menschen" und "Was mit Maschinen" sind die Themenschwerpunkte. Besucher können an Stationen aktiv werden. Um technisches Verständnis geht es beispielsweise beim Tresorknacken. Die Ausstellungsmacher haben Schulen in der gesamten Region sowie Institutionen, die mit Flüchtlingen arbeiten, zu der Ausstellung eingeladen.

 "Viele Flüchtlinge wollen einfach arbeiten. Ihnen zu vermitteln, dass man in Deutschland eine Ausbildung braucht, ist nicht ganz einfach", sagt Ahmet Kuyucu von der Agentur für Arbeit. Neben der Beherrschung der deutschen Sprache als wichtige Basis  gebe es zudem noch eine ganze Fülle von anderen Grundlagen wie zum Beispiel Arbeitssicherheit , die zu erfüllen seien: "Wer in Afrika als Bäcker gearbeitet hat, findet hier ganz andere Bedingungen und Maschinen vor." Es gehe also auch darum, einschätzen zu können, ob die beruflichen Kompetenzen vergleichbar seien und ausreichten, um hier in der Berufswelt bestehen zu können. Damit nicht nach der großen Motivation der große Frust ausbricht.

Zu diesem Zweck gibt es im Begleitprogramm zur Schau drei Abende, an denen Flüchtlinge und ihre Begleiter von Experten über rechtliche Rahmenbedingungen, Formalitäten und Möglichkeiten informiert werden. Am Dienstag, 25. Oktober, im Paulus-Familienzentrum (auf Deutsch), am Donnerstag, 27. Oktober, im BMGH (auf Deutsch und Arabisch)  und am Dienstag, 1. November, ebenfalls im BMGH (auf Dari und Deutsch). Alle Veranstaltungen sind von 18 bis 21.30 Uhr geplant.

Die Schau ist vom 25. Oktober bis 3. November im StadtHaus an der Sorgenser Straße zu sehen. Vormittags ist sie ausschließlich für angemeldete Gruppen geöffnet, am 25. und 27. Oktober sowie am 2. November kann sie von 14.30 bis 18 Uhr, am Sonntag, 30. Oktober, von 12 bis 17 Uhr spontan besucht werden.

Edeka Cramer ist  bundesweiter Vorzeigebetrieb bei der Eingliederung von Flüchtlingen

Zum 13. Mal hat die Fachzeitschrift "Lebensmittel Praxis" den „Ausbilder des Jahres“ prämiert. Mit einem Sonderpreis für die vorbildliche Eingliederung von Flüchtlingen bedachte die Jury Inga Ali, ihren Vater Jürgen und ihren Bruder Sebastian Cramer vom Burgdorfer Familienunternehmen Wilhelm Cramer GmbH, das  sechs Edeka-Center und zwei Supermärkte rund um Burgdorf mit insgesamt 750 Mitarbeitern betreibt. 

Der ECB-Kooperationspartner beschäftigt aktuell sechs Flüchtlinge. Zwei davon durchlaufen eine Ausbildung, einer im ersten, einer im zweiten Lehrjahr. "Wir als gesamtes Unternehmen lernen durch die Integrationsarbeit mehr Toleranz anderen gegenüber, Geduld im Umgang mit neuen Mitarbeitern und mehr Offenheit für das Thema Flüchtlingspolitik in Deutschland“, sagt Inga Ali.

Am Beispiel des Burgdorfer Unternehmens zeigt sich auch, wie ECB funktioniert: Bei Behördengängen und Formularen wird Cramer von freiwilligen Helfern aus dem Burgdorfer Mehrgenerationenhaus (BMGH) unterstützt. Dafür beraten die Geschäftsführerin und ihre Familie andere Unternehmen, die Flüchtlinge beschäftigen wollen. Sie erzählen von ihren Erfahrungen im Arbeitsalltag und machen Mut, es ihnen gleich zu tun. "Cramer beschäftigt die Flüchtlinge nicht nur aus Menschenfreundlichkeit, sondern aus der Überzeugung heraus, dass diese dem Betrieb gut tun", ergänzt Ursula Wieker vom BMGH.

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Von Sandra Köhler

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