Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Protest per Postkarte gegen Mehrarbeit

Burgdorf Protest per Postkarte gegen Mehrarbeit

Am Gymnasium Burgdorf ziehen Personalrat sowie Eltern- und Schülervertretung an einem Strang. Sie wollen sich im landesweit aufkeimenden Protest gegen die von der rot-grünen Landesregierung geplante Mehrarbeit für Gymnasiallehrer nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Voriger Artikel
Bürger geben Geld für Einbau
Nächster Artikel
Landwirtschaft im Wandel: Alte Fahrzeuge

Am Gymnasium Burgdorf haben sich Elternrat, Schülervertretung und Personalrat zusammengesetzt, um sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen und gemeinsam für den Verzicht auf die Mehrarbeit zu streiten.

Quelle: Norbert Korte

Burgdorf. Pläne, die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung ab dem nächsten Schuljahr um eine Stunde zu erhöhen und Altersermäßigungen zu streichen, haben an anderen Schulen bereits zu spektakulären Reaktionen der Lehrerkollegien wie dem angekündigten Boykott von Klassenfahrten geführt. In Burgdorf setzt man zunächst auf Information und will versuchen, die örtlichen Landtagsabgeordneten mithilfe einer Unterschriften- und Postkartenaktion doch noch umzustimmen.

Die Linie wurde bei einer Informationsveranstaltung abgesprochen, zu der der Schulelternrat das Kollegium, interessierte Eltern sowie die Schülervertretung eingeladen hatte. Nach einer Personalversammlung hatte die Lehrerschaft zuvor ihrerseits den Kontakt zur Elternvertretung gesucht, um zu informieren und Verständnis für die Nöte der Lehrer zu wecken, wie der Personalratsvorsitzende Knut Wille bestätigte. Ziel sei, die Qualität des Schullebens zu erhalten, verwiesen Wille und Helge Scheel vom Elternrat auf den beim Treffen gefundenen gemeinsamen Nenner.

Die Mehrstunden seien nicht nur für die Lehrer, sondern auch für die Bildung der Kinder schlecht, unterstrich Scheel mit Hinweis darauf, dass bei der geplanten Regelung drei Lehrerstellen (von 67) gestrichen und dieselbe Arbeit auf weniger Schultern verteilt werden müsste. In einem Informationsschreiben für Schüler und Eltern wird darauf verwiesen, dass eine zusätzliche Unterrichtsstunde etwa zwei Zeitstunden Mehraufwand je Woche für Vor- und Nachbereitung bedeuteten: „Zwangsläufig werden die außerschulischen Aktivitäten durch Stundenerhöhungen reduziert oder wegfallen“, heißt es mit Hinweis etwa auf Klassenfahrten sowie Projekte, Konzerte und Wettbewerbe.

Man drohe nicht mit Streichung freiwilliger Leistungen, aber irgendwann werde es einfach zu viel, verwies Wille darauf, dass in den vergangenen Jahren auch schon unter der Vorgängerregierung immer neue Aufgaben für die Lehrer dazugekommen seien: „Die Stunde mehr bringt das Fass jetzt zum Überlaufen.“ Scheel findet es schade, dass die neue Regierung die Umschichtung des Bildungsetats für ihre Bildungsoffensive etwa zugunsten von Ganztagsbetreuung großenteils zulasten der Gymnasien plane. Im Moment gelte es, alle Aktionen zu vermeiden, die Lehrer-, Schüler- und Elternschaft spalten würden: „Das will ja die Politik!“

Klassenfahrten

Warum drohen an vielen Schulen die Lehrer ausgerechnet damit, Klassenfahrten ausfallen zu lassen? Verbeamtete Lehrer sind wie andere Beamte auch dienstverpflichtet, erläutert Helga Olejnik, Sprecherin des niedersächsischen Philologenverbands. Klassenfahrten mit Übernachtungen sind der einzige Bereich, den Lehrer laut Erlass freiwillig ausfüllen – und somit auch ohne Angst vor Disziplinarverfahren wegfallen lassen können. Sie weist auch darauf hin, dass die Klassenfahrten in der Regel von den Lehrern zumindestens teilweise selbst bezahlt werden müssen. Demonstrieren dürfen Lehrer außerhalb ihrer Dienstzeit wie jeder andere Bundesbürger. Dies ist im Grundgesetz festgelegt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x3jn369ssg19hmwx7kg
Im Neubaugebiet werden die Straßen gebaut

Fotostrecke Burgdorf: Im Neubaugebiet werden die Straßen gebaut