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Rat erwägt höhere Gebühren für Bücherei

Burgdorf Rat erwägt höhere Gebühren für Bücherei

Angesichts einer Verschuldung der Stadt Burgdorf von 58,5 Millionen Euro zum Ende des nächsten Jahres und bevorstehender Investitionen in Millionenhöhe in Schulgebäude sind Gebührenerhöhungen für städtische Dienstleistungen nicht ausgeschlossen. Als erste Einrichtung könnte es die Bücherei treffen.

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Die Stadtbücherei ist gut ausgestattet, die Gebühren fürs Entleihen von Medien sind moderat. Ratspolitiker denken über Gebührenerhöhungen nach.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Gerald Hinz, Vorsitzender der SPD-Fraktion und Sprecher der von Rot-Grün und der WGS gebildeten größten Ratsgruppe mit 17 Stimmen, sprach es in der jüngsten Finanzausschusssitzung als Erster aus: Angesichts der angespannten Haushaltslage – die Stadt wird nach aktuellem Stand auch nächstes Jahr wieder 5,8 Millionen Euro mehr ausgeben, als sie einnimmt – sei es angezeigt, über eine Anhebung der Gebühren für die Bücherei nachzudenken.

Damit lief er bei der CDU offene Türen ein. Deren Finanzpolitiker Armin Pollehn, der in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung für Unternehmen unlängst noch eine Senkung der Gewerbesteuer verlangt hatte, befürwortete in der gleichen Sitzung eine „sozialverträgliche Anhebung“ mit dem Ziel, den Zuschussbedarf zu senken.

Die Gebühren, welche die Stadtbücherei erhebt, nehmen sich moderat aus: Familien bezahlen für einen Benutzerausweis 20 Euro im Jahr, Erwachsene 15 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre schmökern kostenlos, Jugendliche ab 16 Jahre werden mit 5 Euro zur Kasse gebeten. Für die Ausleihe von Bestsellern verlangt die Bücherei 2,50 Euro pro Medium.

Vergangenes Jahr verschlang der Büchereibetrieb 416 000 Euro. An Einnahmen verbuchte die Einrichtung 33 600 Euro in der Kasse. Unterm Strich legte die Stadt somit 382 400 Euro drauf.

In der jüngsten Sitzung des fachlich zuständigen Ratsausschusses für Kulturangelegenheiten riet Büchereileiterin Andrea Nehmer-Rommel dringend von einer Gebührenanhebung ab. Das verschrecke nur die Kunden – 2015 waren es 2908 Entleiher von insgesamt 132 552 Medien – und drücke dann aufs Betriebsergebnis. Sie will stattdessen einen Werbefilm produzieren lassen, der im Kino zu sehen sein soll. Auch eine eigene Homepage sei geplant, um die Nachfrage anzukurbeln.

Bevor der Rat entscheidet, ob er an der Gebührenschraube dreht, will die Stadtverwaltung auf Bitten der SPD zusammentragen, welche Gebühren vergleichbare Kommunen erheben. Burgdorf hat die Gebühren zuletzt 2010 angehoben.

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