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Rat gibt Rechten keine Chance

Burgdorf Rat gibt Rechten keine Chance

Der Rat der Stadt Burgdorf hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend Hetze gegen Flüchtlinge eine klare Absage erteilt. Redner aller Fraktionen zeigten sich in einer Aktuellen Stunde zu dem Thema einig in ihrer Haltung, dass mit Asylbewerbern human umzugehen sei.

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Die Aktuelle Stunde des Rates zu den Folgen der Flüchtlingstragödie für Burgdorf verfolgen zahlreiche Zuhörer.

Quelle: Dege

Burgdorf. Am deutlichsten wurde Detlef Knauer von den Grünen: „In Burgdorf haben die Rechten keine Chance. Wir werden dafür sorgen, dass wir mit den Flüchtlingen, die zu uns kommen, human umgehen.“

Ins gleiche Horn stieß der Fraktionsvorsitzende der CDU, Mirco Zschoch. Der Christdemokrat sprach von einer Flüchtlingstragödie, die fast alle Bereiche der Stadt berühre. Er sei überzeugt, dass es keine einfachen Lösungen gebe. Klar sei, dass der Zustrom der Menschen reduziert werden muss. Dafür brauche es aber Zeit, die auch dafür genutzt werden müsse, die Sorgen der eigenen Bevölkerung ernst zu nehmen: „Wir müssen offen über alles reden und ebenso offen informieren.“

Applaus brandete auf, als Zschoch auf vereinzelte Unruhestifter in der Stadt zu sprechen kam. Diese legten es darauf an, Flüchtlinge als kriminell und Moslems als gefährlich zu brandmarken. „Von solchen Leuten dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen. Wir müssen uns ihnen entgegenstellen und zeigen, dass dafür in Burgdorf kein Platz ist.“

SPD-Fraktionschef Gerald Hinz erinnerte an die Flüchtlinge, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Burgdorf kamen: „Viele waren uns so fremd wie die Flüchtlinge heute.“ Gleichwohl sei damals die Integration gelungen. „Ich bin überzeugt, dass auch wir das bewältigen können“, sagte der Sozialdemokrat. An die Stadtbevölkerung gewandt appellierte Hinz: „Gehen Sie den Brandstiftern nicht auf den Leim. Für Integration sind wir alle in Burgdorf verantwortlich.“

Der Ratsherr und WGS-Vorsitzende Volkhard Kaefer mahnte, keine neidgeprägten Verteilungsdebatten zu führen. Er bezeichnete es als unglücklich, dass „wir heute in großer Eile über Standorte für Flüchtlingsunterkünfte entscheiden, ohne mit den Anwohnern gesprochen zu haben“.

Karl-Ludwig Schrader (FDP) begrüßte das Angebot der Region, auf Flächen im Gewerbegebiet Nordwest und östlich der Feuerwehrtechnischen Zentrale Unterkünfte für 300 Menschen zu bauen. Das verschaffe der Stadt Zeitvorteile. Michael Fleischmann (Linke) kritisierte die Verteilung der Flüchtlinge auf die Stadtteile als ungerecht. Die Ost- und Südstadt seien übermäßig belastet.

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